Dienstag, 17. Dezember 2013

Wolkenlos mit Aussicht auf heiße Weihnacht!

Zwei Wochen sind wir nun schon wieder zurück in Perth. Nach wie vor ist es unfassbar, wie schnell die Zeit hier rennt. Ebenso unfassbar ist es für mich, wie lange Leah heute schläft und so finde ich nach Erledigung der Wäsche, des Abwasches und sonstigen Putzarbeiten sogar noch Zeit, mich mit ein paar kleinen Worten an euch zu richten. Leider kann ich in diesem Eintrag nicht von einem weiteren aufregenden Urlaub berichten, aber nachdem ich nach meinem Geschreibe über Lombok ohnehin eine erschreckend geringe Resonanz von euch hatte, bin ich mittlerweile ziemlich sicher, dass ihr angefangen habt, mich zu verurteilen. Oder wart ihr schlicht so sprachlos wie wir?

Nun haben in meiner geliebten Heimatstadt alle die Fenster geschmückt und den Glühwein heiß gemacht (trotz 10 °C.. Was ist da denn los?) und so wette ich, dass es euch leichter fallen dürfte, in weihnachtliche Stimmung zu fallen, haben wir doch heute schon den 17. Dezember, was keiner von uns Deutschen hier dem Kalender glauben will. Wir waren letztes Wochenende dann mal hier auf dem „Weihnachtsmarkt“ (,der keinerlei weiterer Ausführung verdient hat. Es war nur ein riesiger Fressmarkt mit Weihnachtsmusik) und schwitzend werden Hans und ich am kommenden Wochenende mal Plätzchen backen und dabei selbstverständlich die alljährlichen Klassiker von Rolf Zuckowski hören – vielleicht wird es dann ja was mit der Stimmung! Der Adventskalender ist nach wie vor täglich meine Freude noch VOR dem Aufstehen (hab die Säckchen ja an meinem Bettgestell befestigt!) Danke, Mama! Auch die von Oma gestickten Weihnachtsmänner und Wichtel erinnern daran, dass es diese ruhige und kalte Zeit im Jahr gibt. Wir erfreuen uns jeden Tag an diesem Anblick. Tausend Dank, Oma!!

Bestickte Säckchen im Baum

Das "Erzählbüchlein" findet Platz neben dem Kugelbaum und Urlaubsbildern

Und direkt im Eingangsbereich: Die 3 Wichtel und der Badehosen-Weihnachtsmann mit Bowle und Baum! Supertoll, Oma!!

Frecher kleiner Lewis! Auf seinem T-Shirt steht übrigens: "This is what awesome looks like".. Noch Fragen?

Die Kids bei Santa. Moment, Leah wird doch nicht..

Doch!


Dass ich nicht wieder im Urlaub war, sondern ausnahmsweise mal hier im schönen Perth bleibe, soll ja aber nicht heißen, dass ich nichts mehr zu erzählen habe, steht die Fortsetzung meiner Redewendungsrecherchen ja auch noch aus. Hier habe ich meiner Liste (vor allem von Onkel Ashley) einige schöne Sachen hinzufügen können. Außerdem hört dieses Land nicht auf, mir interessante neue Eindrücke kulinarischer Art zu vermitteln. Im Supermarkt zeigen sich teilweise Früchte (nun, ich vermute, es sind Früchte, da sie bei mir bekanntem Obst rumliegen..), die ich bisher nie gesehen, und vermutlich auch noch nie geschmeckt habe. Nachdem sich meine Leser ja aber bereits bei anderen Einträgen als überaus schlau und gebildet gezeigt haben, bin ich gespannt, zu erfahren, um was für köstliche oder weniger köstliche Köstlichkeiten es sich bei folgenden „Dingen“ handelt:


Ingwer-Verwandt?

Riesen-Radieschen?

Oder eher Rüben?

DAS sind jedenfalls die ECHTEN Black eyed peas

Da sieh mal einer an..
Und die eigens angebauten Karotten

Da die Temperaturen sich hier inzwischen von ihrer richtig sommerlichen Seite zeigen und wir somit letzte Woche die 40°C-Marke um heftige drei Grad überholt haben, bleibt der Appetit zwar eher klein, die Lust auf Meer und Strand flammt aber in nahezu jeder Mittagspause auf. Manchmal ist es allerdings (wer hätte gedacht, dass ich das sagen würde..) ZU heiß für Strand. Da brennen einem wirklich die Fußsohlen weg. Aber so kommt man wenigstens dazu, alle Geschenke rechtzeitig zu besorgen (Hans, morgen wird vollendet!!).

Abkühlung bei Nils im Garten

I love my bag of ice!
Breathtaking Christmas present!! Da schenkt mir Nils' Mitbewohner Steve seinen selbstgemachten und überaus australischen Boomerang! The biggest thankyou from the bottom of my heart!!

Ja.. Weihnachten.. Das ist echt'n Ding! Und es bedeutet ebenfalls (festhalten, Leute!) Halbzeit! Ich soll also tatsächlich bald seit sechs Monaten in diesem wunderbaren Land sein und euch alle auch so lange schon nicht mehr gesehen haben. Jedenfalls live, also persönlich und ohne Pixel, dafür mit Anfassen! Manche sogar noch viel länger nicht! (Fehlst mir, Pupsi!)

Täglich sehe ich an den Kindern, dass es stimmen muss. Ich bin wirklich schon so lange hier. Leah konnte nicht krabbeln als ich kam und nun macht sie neben ihrem unglaublich entzückenden Monkey-Walk (auf Händen und Füßen krabbelnd) ihre ersten Schritte und das immer elegant auf den Zehenspitzen – die kleine Ballerina! Sie hatte gerade mal zwei Zähne und nun kann sie mit ihren dazugewonnenen Backenzähnen herrlich gruselig knirschen. Und auch ein paar Babygebärden hat sie dankend angenommen und so teilt sie uns mit, wenn sie müde ist, runter will (vom Hochstuhl zum Beispiel) und auch das Winken und „Gib mir“ klappen ausgezeichnet. Am liebsten unterlegt sie das Ganze, vor allem „Gib mir“ mit einem lauten „Ääähhhhh“ in höchster Frequenz. Netter Sound.. Die Zeit rennt..
Lewis kann inzwischen auch ohne Stützräder Fahrrad fahren und bekommt seine Schuhe allein angezogen. An seinem Charme arbeitet er täglich und so gewinnt er spielend mein und Hannahs Herz, der kleine Casanova! Die Zeit rennt..
James wird auch immer besser. In allem, was er tut. Man möchte meinen, in seinem Alter sind die Schritte weniger deutlich zu sehen als bei Leah oder Lewis, dem ist aber nicht so. Man muss vielleicht etwas genauer hinsehen, aber auch seine Entwicklung ist unverkennbar, wenn man ihn sich ansieht. Der große Junge, der jetzt schon fast bei jedem Essen ohne mütterlichen Hinweis zur Gabel greift und nicht mehr unterbewusst der indischen Mit-den-Fingern-Ess-Kultur frönt. An der „Geräuschkulisse“ beim Essen arbeiten wir noch.. „Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmecket?“ Zwar ist es in seinem Fall eher Rülpsen und Schmatzen, aber das kann er wie ein ganz Großer! Außerdem merkt er immer mehr, dass es durchaus auch eine Freude sein kann, anderen eine Freude zu machen oder mit etwas Kleinem zu überraschen. So streckt er mir gestern noch vor dem „Good morning, Julie“ ein Papier hin und sagt, ich solle die Schrift lesen. Zwischen lauter liegenden Achten (er findet es unendlich (!) spannend, dass „the biggest number of the world“ eine liegende Acht ist) steht in ordentlichen Buchstaben „Julie is very polite“. Als Belohnung für meine guten Manieren habe ich dann eine leckere Zuckerstange vom Tannenbaum bekommen. Herzerwärmend und Zahnschmerz-erregend süß! Die Zeit rennt..
Bin nach wie vor sehr stolz auf meine Lütten!! Aber nicht zu sehr, denn hier heißt es „Pride before a fall“, um endlich eure Fragen zu beantworten. Und so gelingt mir wieder eine elegante Überleitung zu euren angefragten Redewendungen.

Tatsächlich kamen Anfragen doppelt, wer hätte das erwartet? Offensichtlich interessiert es die meisten in erster Linie, ob auch hier mal die Kacke am Dampfen ist. Im übertragenen Sinne sicher! Und aufgrund der Hitze sicher auch mal wortwörtlich.. Rein sprachlich setzen die Aussies mit ihrem „The shit has hit the fan“ meiner Meinung nach noch einen drauf in Punkto Ekligkeit. Um gleich mal im Thema zu bleiben, kann man hier allerdings auch super mal einen Abend auf die Kacke hauen. Dieser durchaus unaustralische Ausruck für's Party machen hat auch eher für Lacher gesorgt. Hier hingegen geht man lediglich „on the piss“. Überhaupt haben die's hier mit Pipi. Mit „To take a piss“ nimmt man beispielsweise jemanden auf den Arm, fühlt man sich elend, so darf man das vulgär auch als „piss-poor“ bezeichnen und auch das Besäufnis ist hier „gossensprachlich“ ein „piss-up“. Jetzt aber genug gepinkelt, schließlich kamen auch durchaus unvulgäre Anfragen.

Sucht nicht jeder seinen Deckel? Gut, es gibt diesen Spruch „Auf jeden Topf passt ein Deckel? Dann bin ich ein Wok!“, aber auch für Woks gibt es Deckel, oder nicht? Und so sucht man hier in Australien ebenfalls seinen „lid for the sauce pan“. Der Samthandschuh ist hier der Kinderhandschuh (kid-glove) und nein, hier sind die Leute weder oben hui, noch unten pfui, auch innen und außen ist davon nichts zu erkennen. Familie Hempel und ihr Sofa sind gänzlich unbekannt genau so wie Schmidt's Katze. Ärzte sind hier nicht unbedingt die schlimmsten Patienten, aber, und das ist wohl das Ähnlichste: „Shoemakers children never have shoes“.

Da sieht man's doch deutlich:
Dat geiht narms bunter to as op de Welt. (Es geht nirgends bunter zu als auf der Welt)
Auch wenn es diesen Spruch hier zwar wörtlich nicht gibt, haben auch die schlauen Australier eine passende Weisheit parat: „Variety is the spice of life!“ 



Und so wünsche ich euch eben weihnachtlich gewürzte, bunte und vielseitige Adventstage. In fröhlicher Erinnerung ans gemeinsame Lebkuchengebacke geht mein Blog-Gruß heute singend an meine liebe Selma! „Wann kOOmmst du, Weihnachtsmann?“ Ich backe am Wochenende in Gedanken an dich und freue mich auf einen bis acht gemeinsame Liter Adventstee in 2014!

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Oh, atemberaubendes Lombok!

Da steht ein Mann mit einem Schild in der Hand. Darauf mein Name. Wir schieben uns und unser Gepäck also schnurstracks in seine Richtung, da er offensichtlich unser Fahrer ist. Schnell noch zum Geldautomaten, um die landeseigene Währung Indonesische Rupiah abzuheben und los geht’s Richtung Auto. Groß genug für uns alle und glücklicherweise klimatisiert, klebt die Hose doch ohnehin schon an den Beinen vor lauter Luftfeuchtigkeit. Vor uns liegen anderthalb Stunden Autofahrt, die wie im Fluge vergehen, kann man sich an all den spannenden Eindrücken ja gar nicht satt sehen. Und so lösen sich die Blicke kaum eine Sekunde von den Geschehnissen im noch völlig unbekannten Land. Mit laufendem Schweiß und steigender Aufregung kommen wir schließlich im „Hotel“ an. Die (wiedermal bei Groupon gefundene) Unterkunft ist kein Hotel wie ich sie bisher kennen gelernt habe. Das – nennen wir es mal Resort – besteht aus mehreren Villen und Suiten. Die Suiten sollten nun für fünf Nächte unsere sein. Drei baugleiche Häuser jeweils ausgestattet mit Schlafzimmer mit Minibar und Bad stehen direkt nebeneinander und teilen einen riesigen Pool. Bei der Führung durch die Räumlichkeiten bleibt uns nicht nur auf Grund der Hitze die Luft weg. Schnell ist klar: das wird eine wunderbare Zeit!

Blumengeschmücktes Bett

Duschen mit Blick auf die Palmen

Unsere Suiten aus dem Pool betrachtet
Nach dem Einchecken und Durchforsten der Karten (Speisekarte, Massagekarte und Ausflugskarte) wird die erste Bestellung durchgegeben. Durch die entzückende Tri an der Rezeption haben wir gute Tipps erhalten und uns gleich für den nächsten Tag für eine achtstündige Tour inklusive Wasserfall und Monkey Forest angemeldet. Wieder unten bei den Suiten geht es erstmal in den Pool. Ins Handtuch eingewickelt wird das erste gemeinsame Dinner gänzlich ungezwungen auf dem Fußboden genossen. Anschließend geht es früh ins Bett, wollen wir ja morgen alle fit sein. Also abends nur noch ein paar Kaltgetränke aus der Minibar holen und dann dem Klang der Moscheen lauschen. Da in Lombok laut Fahrer Hardi rund 75% der Einwohner muslimisch sind (Tri hat sogar von 95% gesprochen), stehen die Moscheen hier dicht an dicht. Kaum ein Kilometer vergeht, ohne eine weitere der wunderschönen Bauten zu sehen. Hardi sagt voller Stolz, dass es auf der kleinen Insel circa 1000 Moscheen gibt. Und eine ist schöner als die andere.



Gut geschlafen und frisch aus dem Bett geht es zum Frühstück. Wieder auf der eigenen Terrasse. Dieses Mal entscheiden wir uns dafür, die Tische und Stühle so zurechtzuschieben, dass wir alle bei Mona und Freya Platz finden und dies zu unserem gemeinsamen Treffpunkt wird. Hier wird gegessen, gesessen, gespielt, geklönt und entspannt. Da das Resort kein Restaurant hat, wofür sich die Besitzer unverständlicherweise entschuldigen, müssen wir „leider“ bei jedem Essen auf den Roomservice zurückgreifen und so kommen Frühstück und Dinner bequem vor die Tür. Schon schlimm, wenn man einfach nur aus dem Bett rollen muss und dann ganz privat das beste Essen serviert bekommt. Auch das Frühstück mit den frischen Melonen- und Bananensäften kann sich sehen lassen.

frischgepresster Wassermelonensaft
Aufgegessen und los geht’s zu unserem ersten Ausflug. Hier ist schnell klar, dass Rumliegen und Faulenzen jeden Tag die reinste Zeitverschwendung wären. Und so wartet Hardi schon oben an der Rezeption, um uns sein Lombok zu zeigen.
Im Monkey Forest um die Ecke füttern wir Affen mit Erdnüssen und genießen neben einer wunderbaren Aussicht auch das wilde Herumtollen der lustigen Tierchen. Man muss schon sagen, man erkennt den einen oder anderen menschlichen Zug wieder. Schnell noch ein paar Bilder gemacht und weiter geht es auf den wilden Straßen von Lombok. 


Die mutige Freya fleißig am Füttern

ein Teil der Affenbande

Kleine Affen, große Affen und wunderschöne Aussicht
Oh ja.. wilde Straßen. Keine Verkehrsregeln, Schilder oder Ampeln, tausende von Rollerfahrern, wobei die meisten weder Helm noch Führerschein haben. Da man den Führerschein hier jedoch ohnehin nur kauft und keinerlei Prüfung oder Fahrstunden machen muss, ist es auch nicht wirklich beruhigend, wenn Leute den Lappen haben. Also immer mit einem leicht angegruselten Gefühl unterwegs. Aber Hardi ist ja ein trainierter Fahrer und so werden alle Störenfriede wie vierköpfige Familien auf einem (!) Roller kurzer Hand weggehupt und überholt. 

Ein "bisschen" Gepäck auf dem Rad



Familienausflug (wenigstens Papa ist behelmt)..
Einige Zeit später kommen wir an einem Kiosk an. Hier tauschen wir Hardi gegen einen Waldführer ein. Schnell noch den Preis von fünf auf drei Personen runtergehandelt und ab in den Regenwald. Die atemberaubende Sicht auf die Pflanzen und die unglaublich hohe Energie, die dort in der Luft zu sein scheint, helfen uns dabei, den beschwerlichen Weg auf Steinen, durch Flüsse und über Brücken bis hin zu unserem großen Ziel zu schaffen – dem Wasserfall. Und was für einer! Also nichts wie rein da und schwimmen. Das kalte Wasser prasselt von allen Seiten auf uns ein und wir können nichts weiter als Staunen und Genießen. Wieder schnell ein paar Bilder gemacht (das glaubt uns ja sonst kein Mensch) und dann auf dem selben Weg zurück. Dieses Mal leider ohne Schuhe, da diese auf halbem Wege aufgegeben haben. Nach meiner kleinen Panikattacke auf dem Hinweg stand mir der zweite Weg über die circa 50 m hohe, superschmale Brücke ohne Rand ziemlich bevor. Nils sollte mit seinen beruhigenden Worten „Du hast es eben auch geschafft, du schaffst das nochmal!“ Recht behalten und so ging es sogar mit beeindruckender, wenn auch mehr gespielter Lässigkeit wieder über die tiefe Schlucht. Geschafft! Und darauf bin ich als bekennender Brückenängstler auch ein bisschen stolz!
Absolut erschlagen von Eindrücken und Anstrengung, aber glücklich und überwältigt!

NOCH mit Treppen

unglaubliche Größen

auch da müssen wir durch


Endlich angekommen!

kurze Verschnaufpause

und ab ins Wasser

Nils und seine kleinen Frauen

Tschüß Flip Flops

mein persönlicher Horror


Die Anstrengung zeigt sich dann gleich am nächsten Morgen wieder, und zwar in den Waden. Was für ein Muskelkater vom ganzen Rumgekrieche auf den Steinen. Und so genießen Hannah, Nils und ich dann eben doch wenigstens an diesem Tag das volle Pool-Entspannungsprogramm. Für Hannah und mich war zusätzlich noch eine schöne, lange Ayurveda-Massage drin. Gänzlich entspannt wird Kraft gesammelt für den nächsten Tag. 

entspannen

entspannen

Spaß haben

und wieder lieb sein
Doch erst soll die Nacht noch spannend werden. Kräftig klopft es um zehn vor eins an unserer Glastür. Ich werde wach und schicke natürlich den Mann vor, um die Tür aufzumachen. Freya und Mona stehen dort, Mona ziemlich aufgelöst. Ihr ohnehin schon schmerzendes Ohr zeigt sich jetzt von seiner blutigen Seite. Fiese Sache, also schnell einen Fahrer bestellt, um die beiden ins Krankenhaus zu fahren. Das hat leider zu.. ist ja auch mitten in der Nacht.. Also weiter zu einem anderen, in dem aber derzeit leider kein Doktor war.. kann ja mal passieren.. ist ja auch mitten in der Nacht. Da fragt man sich, was ist, wenn man ein „richtiger“ Notfall ist, was bei dem Verkehr wohl kaum selten sein darf. Wenn dein Blinddarm durchbricht oder dich irgendein fieses exotisches Tier beißt. Mona bekommt also den wertvollen Rat, nicht Schwimmen zu gehen (…) und wird nach Haus geschickt, um morgen früh wiederzukommen und einen Arzt zu treffen. Und wir beschweren uns ernsthaft, wenn wir mal eine halbe Stunde im Wartezimmer verweilen müssen.. Diagnose: Dicke Infektion, die hoffentlich nicht mehr allzu lange bleibt. Mona, ich drück die Daumen, dass der Perther Arzt übertreibt und du nicht wirklich noch zwei Monate mit dem Druck leben musst.

Nächster Tag. Es geht zur fünfstündigen City-Tour. Dieses Mal beeindruckt uns weniger die ziemlich zugemüllte Natur als die spannenden Menschen, die teilweise kaum die Augen von uns und vor allem unseren drei Blondinen lassen konnten. Daran erkennt man, dass Lombok vom bösen Tourismus zum Glück noch nicht so stark vereinnahmt ist. Wir mit unserer hellen und sonnenempfindlichen Haut sind da offensichtlich schon einen Blick wert und so werden wir zum gemeinsamen Foto aufgefordert wie eine Berühmtheit (oder ein exotisches Tier?). Die Moscheen dürfen wir leider nicht betreten, was absolut akzeptiert wird. Der hinduistische Tempel zeigt sich gegen eine winzige Spende von umgerechnet 50 Cent offen und beeindruckt uns mit Farben, Gerüchen und freundlichen Menschen. Und das direkt am Meer. Wunderschön!






Als grausam hingegen soll sich der letzte Teil unserer City-Tour herausstellen. Eine große, volle, stinkige und vor allem laute Mall. Eine schlechte Rockband spielt mittendrin mit viel zu viel Becken ihre merkwürdigen Lieder, während die kleine, zierliche Sängerin schräg in ihr Mikro brüllt. Also nur schnell das von Lewis bestellte Spiderman-Cap gekauft und raus da. Die Laune etwas im Keller geht es noch einmal zum „Local Market“, wo wir uns mit massenhaft frischestem Obst eindecken – Melone, Bananen, Mangos. Früchte kann man dort gut und bedenkenlos kaufen. Jedoch verschafft es einem eine dicke Gänsehaut, wenn man die Fliegen auf rohem Fisch und halbgerupften Hühnern herumlaufen sieht. Bleiben wir also bei Obst und unserem Roomservice!
Bei allabendlichem Bintang und trauter Gemeinsamkeit lassen wir auch diesen spannenden Tag ausklingen und haben somit noch einen kompletten Tag vor uns. Jedoch sollten wir dieses Mal in einen ganz besonderen Genuss kommen. Da wir ja "nur" die Suiten anstatt der uns eigentlich laut Gutschein zustehenden Villa bekommen konnten, da diese schon gebucht war, hat Tri es uns ermöglicht, wenigstens an diesem Abend ein wundervolles BBQ mit Blick aufs Meer im Garten der Villa zu bekommen. Herrliches Essen bei herrlicher Aussicht!





Gebucht haben wir für den kommenden Tag die achtstündige Schnorcheltour. In aller Frühe also wieder zu Hardi ins Auto und los zur Miniinsel Gili Nanggu. Schnell noch Schnorchel, Brillen und Flossen geliehen (die wurden natürlich nach Anruf mit dem Roller geliefert) und dann ins Boot. Bootängstlerin Hannah wurde zwar etwas mulmig, als wir uns und unsere Sachen im kleinen Bötchen verstaut hatten, aber so wie ich die Brücke hat auch sie die 15-minütige Fahrt wunderbar überstanden. Gut gemacht, Hans! Und es hat sich gelohnt! Runter vom Boot und raus aus den Klamotten. Aus lauter Vernunft dann mit T-Shirt rein ins Wasser. (Gerade bei Blondi Hannah sollte sich das am nächsten Tag als sehr schlau herausstellen, waren so also „nur“ die Rückseiten von Beinen und Armen und der Popo verbrannt.) Die ersten Fische zeigen sich schnell und dank Hardis toller Erfindung – dem „Brot in der Flasche“ (Toast kleingekrümelt, Wasser rein, Loch in den Deckel und dann die Fische mit kleinen Stoßspritzern des ekligen Schleimzeugs anlocken, klappt wunderbar!!) wurden es auch schnell mehr. Erstmal gehen wir neben dem Bootanleger ins Wasser. Dort sind die kleinen, bunten Fische. Nachdem wir uns mit Schnorchel und Plastikfüßen angefreundet haben, trauen wir uns auch auf die andere Seite zu den großen Fischen und den Korallen. Anschließend noch die Sonne und den paradiesischen Strand genießen, bevor es wieder zurück geht, wo wir ein letztes Mal die indonesischen Köstlichkeiten bestellen.

Hardi

unser Boot



Riesenseestern



Korallenfarm




Hardi bringt uns am nächsten Tag rechtzeitig zum Flughafen und wir haben viel Zeit, dort von Lombok und unserer schönen Zeit Abschied zu nehmen. Obwohl wir wissen, dass uns ja nicht das kalte Deutschland, sondern das sommerliche Perth erwartet, ist die Stimmung eher unwillig, das Land so schnell wieder zu verlassen.

Lombok hat sich zwar nicht nur von seiner schönsten Seite gezeigt, waren Armut und Drogen vielen Leuten anzusehen. Aber es war wunderschön, beeindruckend, atemberaubend und vor allem ehrlich. Im Gegensatz zur Wettervorhersage, die uns komplette sechs Tage Gewitter und Regen versprochen hat. (Überaus glaubhaft, da auf Lombok momentan Regenzeit ist.) Dass wir in dieser Hinsicht angelogen wurden, nehmen wir aber gern in Kauf und freuen uns, dass wir lediglich 3-16 Tropfen indonesischen Regens gesehen haben.
Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann wieder! Und gern wieder mit euch Mädels und Nils!
Oh, atemberaubendes Lombok! 



Mein Blog-Gruß geht heute an Timm! Bei dem paradiesischen Lombok und vor allem Gili Nanggu wurde ich stark an die Bilder erinnert, die du mir von deinem Urlaub auf den Malediven gezeigt hast. Ich denk an dich und hoffe, dass die Entspannung aus diesem Urlaub noch immer anhält. Oh, und außerdem haben wir neulich so weihnachtliche Schokokugeln gegessen, die fast so geschmeckt haben, wie deine Pralinen! Aber nur fast.. Dicker Drücki für dich!