Ist ja gut, liebe drängelnde
Bloglesegemeinde, da kommt ja schon der nächste Eintrag. Heute
weniger konzentriert auf ein Thema, dafür hoffentlich nicht weniger
interessant oder „intretching“ wie Lewis zu sagen pflegt, bevor
er sich wieder ärgert „Gr, I still can't say this properly!!“
Keine Sorge, kleiner Mann, du wirst es lernen! Wobei wir auch schon
beim ersten Themenkomplex angekommen sind:
Lernen
Da wurde ich doch tatsächlich neulich
an meine Bachelorarbeit und die damit einhergehende Uni-Paukerei
erinnert! Danke, liebe Anna, und NEIN! ich vermisse es keinesfalls, über
trockenen Texten dagegen zu kämpfen, dem Schlaf nachzugeben, und
NEIN! Ich vermisse es keinesfalls, 20 Minuten später darüber
aufzuwachen und zu merken, dass nicht einmal ein Viertel des Inhaltes
meine grauen Zellen erreicht hat. Learning by doing heißt es hier und so
kann ich neben „interesting“ auch noch viele weitere Worte der
englischen Sprache ziemlich „properly“ sagen. Gelegentlich
schleicht sich noch immer das ein oder andere deutsche Wort ein, aber kommt Zeit, kommt Vokabular.
Lernen also ja, Pauken aber (zum Glück)
nein!
Spielen, Fernsehen und wieder Lernen
Zwischen all dem Gelerne und Gerede,
Gesporte und Baby-Geschleppe (was ebenfalls durchaus sportlich ist)
haben wir neben „Uno“ ein neues Lieblingsspiel entdeckt, das hier
liebevoll das „Tree Game“ genannt wird, eigentlich aber unser
gutes altes deutsches „Sagaland“ ist. So gibt es also neben
meiner Freizeitbeschäftigung „Once upon a time“ zu gucken nun
noch mehr Märchen hier im Haus. Bald wachsen mir Flügel oder ich
fange an, Feenstaub zu niesen. Nun, wollen wir hoffen, ich werde zur
Fee oder Elfe und nicht zu einem Riesen, einem Drachen oder sonstigem
fabelhaften Stinketier (wobei Riese natürlich durchaus mal
intretching wäre). Aber wie auch immer..Folgende Erkenntnis macht
sich im Australischen Au Pair-Alltag breit: Fernsehen bildet! Das ist
zwar grundsätzlich eine Wortkombination, die ich nicht pauschal
unterschreiben will, aber hier ist das mindestens teilweise wahr und
so haben die vielen DVDs und Serien, die ich hier auf englisch gucke,
schon viel zur Erweiterung meines Wortschatzes beigetragen. (Nicht
nur nette Worte, ich guck ja nicht nur Pappa Pig.) Und schon wird aus
dem geniesten Feenstaub hellblau glitzernder fairy dust und aus dem
einsamen DVD-Gegucke ein wöchentliches Highlight zwischen Hannah und
mir. (Sei an dieser Stelle vermisst, liebe Hannah, aber genieße
Broom und komm trotzdem schnell und nicht allzu braun wieder.)
Die Australier und ihre Glotze..
Mittlerweile bin ich mir sicher, dass mindestens 50% des gesamten
australischen Stromverbrauchs allein durch die rund um die Uhr
laufenden und überall riesengroßen Flatscreen-Fernseher entsteht.
Neben des morgendlichen „Pappa Pig“s und „Ben und Holly“s
gibt es eigentlich keinen Abend ohne.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann
gucken sie auch heute!
Musik
Musik hören? Eher nicht so. Gestern
musste ich schmerzlich erfahren, dass hier nicht mal zu Weihnachten
gesungen wird (obwohl.. doch.. die Kinder.. in der Schule..
vielleicht..) und so nutze ich mein Zimmer und die persönliche
Neuentdeckung Spotify (danke, Hannah!) dafür, Musik in mein
australisches Leben zu bringen und das Haus mit lautem Gesinge zu
füllen, wenn niemand da ist (oder nur die Buchhalterin, wovon ich
nichts wusste – upsi..).
Fernsehen also ja, Musik (für mich)
aber auch!
Filme und Schauspieler
Hugh Jackman! Muss ich mehr sagen?
Vielleicht eins noch: Yummy!
Ein Australier, der schauspielern kann.
Und singen! So habe ich ihn ja auf dem Flug hierher in „Les
misérables“ gesehen und gehört – ein Schmaus und Aug' und Ohr!
Da denkt man doch, jaaa, die Australier
können's. Das denkt man aber auch nur so lange, bis man die erste
australische Fernsehserie gesehen hat. Die guten Schauspieler aus Oz
gehen nämlich alle nach Amerika, um dort groß und berühmt zu
werden, die – nennen wir's mal weniger Guten – bleiben und werden
Soap-Star. Jeder, der meint, die Schauspieler von „GZSZ“ oder
„Verbotene Liebe“ haben's nicht drauf, möge herkommen und
staunen, wie viel Platz da noch nach unten ist.
Und nun wieder Essen
Viel Resonanz hat mich nach meinem
offensichtlich appetitanregenden letzten Eintrag erreicht. Hier nur
kurze Antworten auf die häufig gestellten Fragen:
- Nein, ich verschicke keine Cupcakes, kommt selbst her, dann geb' ich einen aus!
- Ja, ich schicke gern Rezepte auf Anfrage. Oder ihr macht einfach das total gesunde und unglaublich leckere Fudge: Eine Tasse getrocknete Früchte nach Wahl, eine Tasse Körner oder Nüsse nach Wahl. Alles klitzeminiklein machen (Thermomix oder Pürierstab bieten sich an), einen Esslöffel Kakao oder Kokosraspeln dazu, in einer Form plattdrücken, einfrieren und eiskalt genießen! Fast so yummy wie Hugh!
Kokosraspeln? Yummy? Ja, da habt ihr
gut aufgepasst, liebe Freunde! In der Uni hätte ich meine
Kommilitonin in einer Vorlesung für ihr furchtbares Kokosshampoo
würgen können. Ich hasse Kokos! Aber nicht hier.. ungewöhnlich?
Ich glaube nicht, da auch Kokosfeindin Hannah hier Kokos mag und
somit geh ich fest davon aus, dass australische Kokosnuss lecker ist
und deutsche Kokosnuss eklig. Also lasst es euch schmecken!
Da das Thema Essen offenbar
unerschöpflich und euch anscheinend brennend interessiert,
noch zwei kleine australische Eigenheiten, über die ich gestolpert
bin:
- Leberwurst heißt hier „Kalbs Liverwurst“, was ich höchst amüsant finde! Ein köstliches Stück Heimat, mit dem mich Gastmama Michelle gerade gestern wieder erfreut hat.
- Australier machen aus allem Chips. Aus Rind, aus Kartoffeln (oh, wie ungewöhnlich..) oder oder oder.. Es gibt hier Chips aus Roter Bete. Absoluter Hochgenuss! Natürlich sind meine schon immer favorisierten Salz-und-Essig-Kartoffelchips noch immer ungeschlagen. In einem essigliebenden Land wie diesem gibt es die ja auch in jeder Form und Größe. Nicht in jeder Farbe allerdings. Hier ist jeder der festen Überzeugung, dass jede Chipssorte ihre festgelegte Farbe hat und so wundert man sich, dass Salz-und-Essig in Deutschland in einer türkisen Tüte zu kaufen ist – Das sind die Pinken, ist doch klar! Da kauft man dann im Urlaub mal aus Versehen Currywurst-Chips, weil die in einer orangen Tüte sind.Weiß doch jeder, dass man bei Orange Barbecue-Chips erwartet. Was denkt die internationale Chipsindustrie sich bloß dabei?
Wer hat jetzt wieder Hunger? „Always
the the asks“ denke ich und freue mich, dass ich auch mein
Stupid-english noch nicht gänzlich verlernt habe.
Nun haben eure
Rückfragen schon wieder für einen kompletten Blogeintrag gesorgt.
Teilt mir gern weiterhin eure Themenwünsche mit (welch spaßige
Interaktion, danke euch!!)
Mein Blog-Gruß geht heute aaaan:
MIRI!! Ja, höchst überfällig, ich weiß! Heute aber auch durchaus
passend. Wer sonst kann seine DVD-Sammlung auf den Film genau
schätzen? Bei dir gibt’s außerdem auch immer leckere Snacks zu
spaßigen Filmabenden und auch im stupid-english hast du's ziemlich
drauf oder besser: In Stupid-english have you it quiete on! I
aroundarm you, little Sis!