Surfers Paradise
In Surfers Paradise sind die Menschen
unfreundlich. Niemand ist willkommen und man muss aufpassen, nicht
beklaut zu werden. So die Ansagen einiger Leute, die unseren Weg
gekreuzt haben. Kaum haben wir mit Senfbert die Stadtgrenze
überfahren, kommen die ersten Wutanfälle und genervten Seufzer. Wie
lange kann eine Ampel rot sein? Und wieso kriegen es offensichtlich
auch die Australier nicht auf die Reihe, sich ordnungsgemäß
reißverschließend einzuordnen, wenn eine Spur wegfällt, so dass
kein kilometerlanger Stau entsteht? Wieso fällt die Spur überhaupt
weg? Gerade jetzt und mitten auf unserem Weg? Und wieder rot.. Muss
wohl stimmen, was jeder über Surfers Paradise sagt. Blöde Stadt.
Schnell weg hier.
Berliner Arthur nach wie vor im
Schlepptau suchen wir uns einen kostenfreien Platz für die Nacht und
machen es uns erst einmal bequem. Kurz darauf treffen auch Sven und
Jason wieder ein. Die beiden hatten wir auf unserem Zwischenstopp in
Nimbin kennen gelernt und sie haben uns auch hier ohne Absprachen
wiedergefunden. Wie klein die Welt doch ist. Die Welt ja, aber
Australien? Trotzdem funktioniert es auch hier, sich nicht zu
verlieren und das ganz ohne die moderne Handy-Technik. Also alle
zusammen um den Tisch, ein Gläschen Wein oder ein Bier, ein
Schüsselchen 2-Minuten-Nudelsuppe und Kerzenschein. Das war der
erste Abend hier. Heute ist der dritte.
Ich sitze im Auto während ich
schreibe. Die Jungs (immernoch alle vier. Mädels, angenehmer kann
man nicht reisen!) sitzen draußen und klönen bei netter Musik.
Neben uns piepsen die vielfältigsten Vögel, das Wasser plätschert
und wir beobachten die vielen Boote, springenden Delfine und Jetskis
durch die Bäume hindurch. Wir sind in Main Beach, direkt am oberen
Ende der Landzunge. Tagsüber fahren wir die wenigen Kilometer rüber
zum Strand. Zuerst in Surfers Paradise direkt, heute in Main Beach.
Wir machen uns Mittagessen an den öffentlichen Grillstationen und
freuen uns über die tolle kleine Reisegruppe, die wir geworden sind.
Ja ja. Das Leben im Wald, im Dschungel,
im Nichts hat es uns ziemlich angetan. Es ist aber auch einfach
beeindruckend, was Australien an Landschaft zu bieten hat. Sehr
abwechslungsreich und spannend. Da wird man schnell zum Naturfreund.
Von den Menschen hingegen haben wir schnell mal die Nase voll.
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| Strand und Hochhäuser (nur Hotels!) - Surfers Paradise |
Nimbin
Als wir Byron Bay dann nach einer Woche
doch mal verlassen haben nachdem wir uns auf dem kleinen aber süßen
Bauernmarkt noch mit Avocados, Passionsfrüchten (beides zum
absoluten Grundnahrungsmittel geworden, so lecker hier!) Grapefruits
und „Custard Apples“ eingedeckt haben, führte uns das Navi nach
Nimbin. Der Erwartung nach war es ein kleines Dorf, in dem nur
Hippies leben, alle dauerhaft bekifft sind und die Polizei sich für
gar nichts interessiert. Ziemlich zutreffende Beschreibung. Eine
Nacht haben wir fußnah vom Ort entfernt verbracht und die erste
warme Dusche seit Autoreise genossen. Dann hat's aber auch schon
gereicht mit Nimbin. Die folgende Nacht sind wir wieder der App
gefolgt und haben unsere Autos mit den Kofferräumen aneinander auf
einem Parkplatz mit wunderschöner Aussicht geparkt. Keine Klos,
keine Duschen, keine Menschen! Weit sind wir dafür nicht gefahren,
aber es hat sich absolut gelohnt, den Platz zu wechseln. Hier haben
uns dann auch Sven und Jason ausfindig gemacht. Die beiden kannten
Arthur schon, haben ihn und uns entdeckt und so entstand unsere
kleine Reisegemeinschaft.
Morgen trennen sich unsere Wege –
erstmal. Nils und ich schlagen bei einem Internetangebot zu und gehen
morgen in den Wasserpark „Wet'n'wild“, zu dem wir von hier keine
halbe Stunde brauchen. Anschließend werden wir die Nacht wohl wieder
hier in Main Beach verbringen, um nach dem angestrengten Wasserspaß
keine große Suchaktion mehr starten zu müssen. Dann geht’s aber
wirklich mal raus aus diesem Ort. Man sieht.. Surfers Paradise ist
furchtbar. Nach vier Tagen hier können wir guten Gewissens
behaupten: stimmt nicht. Hier kann man ruhig ein bisschen bleiben.
Die City ist ziemlich unangenehm, das ist wahr, aber nach unseren
letzten Wochen sind wir das Stadtleben mit all seinen Ampeln und
Baustellen auch einfach nicht mehr gewöhnt. Mal sehen, ob unser
nächstes Ziel – Brisbane – sich von einer angenehmeren Seite
zeigt.
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| Nimbin - Juju und Arthur beim Kofferraumplausch |
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| Nimbin zweite Nacht. Arthur, Nils und Sonne |
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| Und die Aussicht ließ sich auch aushalten |
Tage später
Ja ja.. das Internet auf Reisen. Nun
haben wir seit einigen Tagen keinen Ort aufgesucht, bei dem wir lange
genug stabiles Internet haben, um ausführlich die Blogeinträge,
geschweige denn Bilder hochzuladen. Mittlerweile liegt Surfers
Paradise schon wieder einige Hunderte Kilometer hinter uns.
Der Tag im Wasserpark Wet'n'wild war
erwarteterweise sehr nass und sehr wild. Einige Rutschen waren leider
aus nebensaisonalen Gründen geschlossen, was uns nicht allzu sehr
gefreut hat. Wir haben ausnahmsweise drüber hinweggesehen, haben wir
ja nur den halben Preis bezahlt. Die Rutschen, die offen waren, haben
dafür für umso mehr Spaß gesorgt! Mein persönlicher Favorit: der
große Trichter! Man sitzt zusammen in einem schlauchbootartigen
Gummisitz und wird dann nach einer großen Rutsche in einen Trichter
geleitet, in dem es dann dank ausreichend Schwung nochmal ordentlich
an den Wänden hoch und runter geht, bevor man aus dem Trichter in
ein Becken gespült wird. Man vergisst absolut, wo oben und unten
ist. Rutsche mit absoluter Bauchkribbel-Garantie! Die anderen
Rutschen waren aber auch spaßig! Hab nur bei der Einen gekniffen.
Nahezu stehend wird man durch eine Falltür in eine supersteile
Rutsche gescheucht, um genug Schwung für den Looping zu haben. Nils
hatte aber seinen Spaß! Die Schreie, die ich vom Zuschauerrang aus
durch die rutschenden Plastikwände gehört haben, waren famos!
Toller Tag!
Abends ging es dann zurück zu den
anderen auf unseren Platz. Also doch noch zusammen, weil die anderen
sich dazu entschlossen haben, den Aufenthalt in Surfers Paradise noch
um eine weitere Nacht zu verlängern.
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| Spaß im Wasserpark - huiii |
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| Nils und seine geliebte Looping-Draufgänger-Rutsche |
Brisbane
Anschließend ging es nach Brisbane.
Eine Stadt wie eine Mischung aus Perth, Melbourne und Sydney. Wir
haben in unserem paarstündigen Aufenthalt dort nicht so richtig
durchschaut, was Brisbane gern ausstrahlen will. Die City ist voll
mit Menschen, die hochprofessionell und schwer beschäftigt aussehen.
Jeder Mann trägt Anzug, jede Frau Kostümchen. Ne ne.. nicht so
unser Ding. Da man in der Stadt nirgends auch nur ein Stündchen
kostenlos parken darf (dafür kann man gern mal 10$ lockermachen),
haben wir etwas auswärts in einem Industriegebiet geparkt und da
erstmal geluncht. Arthur immernoch mit dabei. Und wie kommen wir nun
in die Stadt? Das war das Schöne an unserem Tagesausflug in die
Stadt: vom Parkplatz einige Fußminuten entfernt haben wir einen
Anleger gefunden, an dem die Fähre in die Stadt schon auf uns
gewartet hat! Endlich wieder auf's Boot. Da hüpft das
Hamburger Herz!
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| ein Stückchen Brisbane vom Fluss aus |
Sunshine Coast
Bitte was? Ja.. wer auch immer sich
diesen Namen ausgedacht hat. Es regnet leider seit wir angekommen
sind. Zwischendurch hört es auf, die Sonne kommt sogar raus und wir
denken: Los, ab an den Strand! Aber nein! Zack – da regnet es auch
schon wieder. Das Wetter schlägt hier dermaßen schnell um, dass man
kaum Pläne für die nächste halbe Stunde schmieden kann. Also geben
wir diesem Ort noch eine letzte Chance und bleiben eine weitere
Nacht. Wenn sich das morgen aber nicht ändert und mal stabiler schön
bleibt, haken wir die Sunshine Coast als eine (zumindest im Mai)
dreiste Lüge ab und ziehen weiter Richtung Sonne und Strand! Der
Platz, auf dem wir die letzte Nacht verbracht haben, ist ein
kostenfreier (leider auch klofreier) Parkplatz direkt an einem
Bootsanlegeplatz. Sehr ruhig und schön da direkt am Wasser mit Blick
auf die Stadt am anderen Ufer. Bei unseren französischen Nachbarn
handelt es sich doch tatsächlich ausnahmsweise um sehr kompetente
Englisch-Sprecher, mit denen wir gestern einen netten und
feuchtfröhlichen Abend hatten. Wenn doch bloß der Regen nicht wäre
(den wir jetzt gerade allerdings ziemlich gemütlich finden, während
wir so Blog-schreibend im Auto sitzen und auf's Meer gucken. Direkt
am Strand haben wir schnell noch die kalte aber klare Stranddusche
ausgenutzt und fühlen uns jetzt wieder frisch und guter Dinge).
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| Aussicht auf den Hafen - "Sunshine Coast" |
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| Grauer Himmel, mutiger Pelikan - Fütterung in Twin Waters /Sunshine Coast |
Die Tradition verlangt es
so, hier noch schnell mein Blog-Gruß, bevor wir uns eine Tankstelle
mit kostenlosem WLAN suchen, um euch endlich mit Infos zu versorgen.
Aujourd'hui, mon Blog-Gruß goes to: Justine! Ma chère Coucou,
parlant des voisins français, je t'envoie un gros bisous et je te
remercie beaucoup pour ton email! I'm happy to see you in Germany
soon and hope to get more of your nice language-mixed-up emails!
C'est beaucoup de fun! Salut à toute la famille!
Übrigens: Gestern in einem
Monat landen wir wieder in Hamburg! Wir freuen uns riesig auf euch
alle, auf Umarmungen, persönliche Gespräche, Kaffee trinken,
Deutsche Leckereien Essen und zu Hause sein! Aber erstmal genießen
wir noch weiter unsere Reise. Da müssen wir durch! Wir sind ja
schließlich nicht aus Spaß hier..
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| Große Freude, die Nils mir gemacht hat: Buntstifte!! Unsere Reise auf dem Papier |