Dienstag, 24. September 2013

Frühlingsgefühle

Love Love Love! Heute wird mal ein bisschen Liebe versprüht! Im Grunde sind Frühlingsgefühle doch rund um die Jahresuhr vertretbar, richtig? Gut, dann ist es ja in Ordnung, dass vieles hier derzeit den Anschein macht, als sei Frühling. Oh.. Ist es ja auch! Zumindest hier am schöneren Ende der Welt. 
Wir haben mittlerweile ende September und der Frühling zeigt sich vorsichtig. Die Baumkronen kriegen ihre ersten kleinen und großen grünen Blätter, auch Wildblumen sieht und riecht man, wenn man die North Beach Road hochjoggt (ja, richtig gelesen, hoch und joggt! Wir (Hannah und ich) konnten es auch nicht glauben, als wir uns dabei ertappt haben, insgesamt 6 km pure Sportlichkeit an den Tag zu legen – Applaus an dieser Stelle ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht).
Frühling! Doch wer macht denn da nicht mit? Überraschenderweise das Wetter. Angeblich - so die „Ureinwohner“ vom schönen Perth – ist es das schlechteste Wetter für die längste Zeit seit viiielen Jahren. Neuankömmling Nils, der endlich da ist (Welcome to Perth, Mate!!!), spekuliert jedoch, dass es sich bei dem gewöhnlichen australischen Wettergeprahle um einen PR-Gag handelt, um Leute herzulocken. Nun, wollen wir mal die nächsten Tage abwarten, um zu sehen, ob es sich etwas beruhigt, so dass die Handwerker unseren Gartenzaun wieder herrichten können, der mit einem lauten Krachen knapp mein Fenster verfehlt, mich aber aus dem Schlaf gerissen hat. Wie man inzwischen weiß, Plexiglas, aber gefreut hätte es sich sicher trotzdem nicht unbedingt. Das Wetter scheint sich also noch im Frühlingstraining zu befinden. Hoffen wir, dass die Übungsphase bald abgeschlossen ist und es mit überzeugender Kompetenz durchstarten kann in Sachen Prahlerei!

Doch sind die Blumen ja nicht alles, was im Frühling erblüht. Nach drei langen und doch so schnellen Monaten ohneeinander gibt es auch zwischenmenschlich Frühlingsgefühle, wo nun Nils seine angedrohte Verfolgung ans Ende der Welt endlich wahrgemacht hat. Nach den ersten Nächten im Hostel fand heute – wer hätte das so schnell erwartet – bereits der Umzug ins eigene WG-Zimmer statt. Schönes Haus, schöne Lage, netter Mitbewohner und günstige Miete. Glückspilz! Aber war es wirklich Glück oder liegt es an unserer hochkompetenten Form der Internetrecherche? Oder seinem unwiderstehlichen Charme, der ein „No thanks!“ nach einer Zimmerbesichtigung schlichtweg nicht zulässt? Ich wünsche jedenfalls frohes Ankommen und eine gute erste Nacht im neuen Bett in einem Zimmer OHNE sieben andere Männer!
Merk dir, was du träumst, weil's in Erfüllung geht blabla..

Um schöne mehr und weniger frühlingshafte Eindrücke davon zu liefern, was hier gerade so alles vor sich geht in meinem kleinen Aupair-Leben, hier ein kleiner Zusammenschnitt in kommentierten Bildern:

Gemeinsame Spielstunden mit Lewis, während James in der Schule und Leah im Bett ist. Domino, Uno, Guess Who oder er liest mir (!) zum 241. Mal den Gruffalo vor. Love this time!!

Die Zeit mit James ist nicht weniger spielerisch, aber fokussierter. Zählen, Buchstabieren, Kleben, Malen.. Lernen mit Spaß! Love this time!

Sehr schön und sehr wahr! Love this picture!


Eine Zitrone aus Oma Jills Garten zum Größenvergleich neben den Kopf gehalten. Love this fruit!

Hannah (in Aupairkreisen auch gern mal "Hans") in der coolsten Bettwäsche der Welt! Love sleep overs!

Leah und Nils - Liebe auf den ersten Blick! Love both of them!

Wunderschönes Wolkenspiel bei der Sunday Session in Cottesloe. Love Sunsets!

Anfang der untergehenden Sonne am Hillarys Boat Harbour. Love Boats!

Ordnungsgemäße Familienkutsche, die ich mit dem kleinen Jake bei meinem Babysitter-Nebenjob durch die Stadt geführt habe. Love funny Kennzeichen!

Meine ersten selbstgemachten Vanille-KOKOS-Cupcakes, die unglaublich lecker waren! Love coconut! (huch?)

Frühlingsputz auch für BearBear! Love frischluftgetrocknete Wäsche!
Perth Skyline bei Nacht. Aussicht während des Dinner-Picknicks im Kings Park. Love this City!
Was bleibt da noch groß zu sagen? Love my life!

Und was wäre dieser Blog ohne meinen Blog-Gruß? Na, ich vermute ein Blog über einen Aufenthalt als Aupair in Australien ohne einen persönlichen Gruß am Ende. Also mit sowas Komischem fangen wir mal gar nicht erst an. Bleiben wir uns treu und grüßen! Und zwar heute in Sachen Mitbewohner den lieben Lenni, der jetzt meinetwegen auf Nils verzichten muss. Bin sicher, du kommst zurecht! Ist auch nur geliehen, versprochen! Halt die Stellung und hab eine schöne Zeit, mein Lieber!

Donnerstag, 12. September 2013

Sieben auf einen Streich

Definitiv zutreffend, auch wenn das Schneidern weniger zu meinem Aufgabenbereich fällt. Eine Katze mag sieben Leben haben. Diese folgen aber eines dem anderen. Als Aupair/ Au Pair/ AuPair /Oh Pähr (einigen wir uns auf die einfachste Schreibweise „Aupair“, um rheumatischen Erscheinungen in meinem linken Ringfinger vom vielen Shifttaste-Drücken vorzubeugen) führt man sieben Leben parallel – „Sieben auf einen Streich“!

Wem kommt nicht manchmal der Gedanke, dass all die zu erfüllenden Aufgaben und Dinge, an die man denken muss doch schon viel zu viel für ein einziges Leben sind? Nicht aus Spaß gibt es zu jedem nur erdenklichen Thema eine Liste in meinem Handy, meinem Kalender oder meinem Ordner (zu finden unter „Listen“ (echt jetzt)). Ok, ich gebe zu, mittlerweile ist es auch Spaß, war es eigentlich immer. Aber ich komme vom rechten Weg ab! Wie vereinbart man also gleich sieben Leben in einem, wenn es doch trotzdem nur 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche gibt? Vermutlich ist es das Beste, die Rollen, die man so spielt, möglichst wenig durcheinander zu bringen, so dass man sich zur jeweiligen Zeit nur um das jeweilige Thema einen Kopf machen muss. Versucht man mal, die Rollen auseinanderzupulen, sieht das ungefähr so aus (bevor jemand versucht, eine Logik in der Reihenfolge zu finden, diese ist per Zufallsgenerator bestimmt) :

Leben 1: Das neue Familienmitglied

Für die Gasteltern im besten Fall eher eine Cousine, Schwester oder familiäre Freundin. Ein zusätzliches Kind wünscht sich sicher keine Familie, die nach einem Aupair sucht. Bei uns sind es ja nun auch nur alberne neun Jahre Altersunterschied zwischen „Gastmama“ Michelle und mir, was vermutlich die Ursache dafür ist, dass wir von Anfang an auf einer Augenhöhe und wunderbar miteinander kommunizieren konnten. Für die Kinder bin ich vermutlich und ebenfalls im besten Falle so etwas wie eine große Schwester geworden. Auch die Großeltern und Tanten/Onkels haben mich von Anfang an aufgenommen wie ein eigenes Familienmitglied, das einfach lange sonstwo war und wieder da ist, wo es hingehört. Hingehören.. Genau das ist doch das Gefühl, das jeder sich wünscht in seiner Familie und auf das man auch in Beziehungen mehr oder lieber weniger mühsam hinarbeitet. Zueinander gehören!

Und so macht man sich in diesem Leben einen Kopf um andere Familienmitglieder, darum, ob es allen gut geht, darum, wie man einander helfen kann und darum, wann man einander wiedersieht.

Leben 2: Das Familienmitglied der „traditionellen Art“

Hier bin ich Schwester, Tochter, Enkelin, Cousine, Nichte und was nicht sonst noch alles. Aber da gibt es ja noch eine Familie – MEINE Familie. Da bin ich doppelte Schwester, Tochter, Enkelin, Cousine, Nichte und was nicht sonst noch alles. Alles und vor allem jeden hat man zurückgelassen und vermisst jeden einzelnen hier jeden einzelnen Tag!

Und so macht man sich einen Kopf um andere Familienmitglieder, darum, ob es allen gut geht, darum, wie man einander helfen kann und darum, wann man einander wiedersieht.

Leben 3: Die Freundin

Nicht nur die Familie ist zu Hause geblieben. Auch die Freunde und nicht zuletzt der Freund. Dank Skype und Kopf und Herz voller Erinnerungen ist natürlich jeder ein Stückchen näher bei mir und kann so gut es geht alles miterleben. An dieser Stelle auch ein ganz liebes Dankeschön an meine liebe Ziegi und meine liebe Anna für die schönen Heimweh-1.Hilfe-Boxen, die ich glücklicherweise noch nicht gebraucht habe, die mich aber jeden Tag wieder von meinem Regal aus anlächeln, mein Zimmer und jeden Tag verschönern (vermutlich habe ich es genau deswegen noch nicht gebraucht. Ist es doch wie mit Regenschirmen – hat man einen, braucht man keinen).

Der Delete-Ring für schlechte Tage (auch noch nicht gebraucht)

"Home is where your heart is"
Seid euch gewiss, liebe Freunde, ich denke jeden Tag an euch, wünschte mir, ihr wärt alle hier und freue mich über jeden, von dem ich hier ein paar Zeilen lesen darf oder der über Skype einen Kaffee oder Wein mit mir trinkt.

Und so macht man sich einen Kopf um den daheimgebliebenen Freund, fragt sich, wie er sich wohl fühlt, wissend, dass es einem selbst leichter fallen muss, so in einer komplett neuen und tollen Umgebung, wo er selbst doch im gleichen alten Trott geblieben ist – nur eben ohne mich. (Sicher ja auch mal ganz schön, oder?) Macht sich einen Kopf um seine Freunde, darum, ob es allen gut geht, darum, wie man einander helfen kann und darum, wann man einander wiedersieht.

Leben 4: Jules – die neue Freundin

Julia, Lena & Jules biem Picknick in Fremantle

Vivi, Hannah (aka Hans), Freya und Juju am Bahnhof Perth Underground

Trend-Testen im Shoppingcenter "Batmaaaan"

Jules und Hans mit geliebtem Boost-Smoothie
Wollen wir mal hier nicht nur so melancholisch und sentimental vor uns hinschreiben. Party ooon! Perth ist alles andere als eine traurige oder Trübsal-blasende Stadt. Und so war es leicht, schnell viele tolle und spannende Kontakte zu knüpfen. Mit meinen Mädels (wie, nur Mädels? Ja, nur Mädels!) verbringe ich wunderschöne Stunden und Tage und ich freue mich, in ihnen neue Freunde gefunden zu haben, mit denen ich diese aufregende Zeit teilen kann. Yummi Lunch im Lieblingscafe „Yelo“, Milchshake, Kaffee, Cider, Wein, Shopping und nun das Spannendste: Unser erster gemeinsamer Urlaub! Am 28. November geht es für fünf Nächste nach Lombok in Indonesien, wo wir zu sechst 3 Suiten mit eigenem Pool teilen und mal Urlaub vom ständigen Strand und Spaß machen. Albern in den Urlaub zu fahren, wenn man doch durchgehend im Urlaub ist, möchte man meinen, aber ein Tapetenwechsel hat ja bekanntlich noch niemandem geschadet, außerdem tut es ja auch sicher niemandem weh, ein zusätzliches Stückchen dieser schönen Welt zu sehen.

Und so macht man sich einen Kopf um seine neuen Lieben, darum, ob es allen gut geht, darum, wie man einander helfen kann und darum, wann man einander wiedersieht.

(So, Ladies, I'm so happy to have you here, am so looking forward to flying to Lombok with you and hope for round about a million of nice Milkshakes, Sunday Sessions, Beach Times and Picnics to whichever time of the day! You're filling my time with lots of love and fun!
Big TA for that!!)

Leben 5: Der Tourist

Australien in der Tube oder im Pott. Wundermittel gegen trockene Haut!

Lunch im geliebten "The Coffee Club"

Bizarr und gar nicht soo eklig. Cola-Rosinen

Lunch im geliebten "Yelo Cafe"

Vegemite-Regal im Supermarkt
Die Kamera darf natürlich nirgends fehlen. Und wenn doch mal, dann muss eben die hochqualitative (...) Handykamera herhalten, damit im „Leben danach“ auch nichts in Vergessenheit gerät. Außerdem wollen ja die geliebten Blogleser auch alles sehen, nicht wahr? Und so packt man an den schlichtesten und langweiligsten Orten oder ganz unauffällig im Restaurant mal schnell das Handy aus und – zack – Foto gemacht. Gelegentlich kommt man sich dabei ziemlich albern vor, das Ergebnis ist es dann aber doch fast jedes Mal wert.

Und so macht man sich in diesem Leben einen Kopf um ein schönes Bild, ein schönes Souvenir, das richtige Licht oder darum, unbeobachtet zu bleiben, wenn man zum gefühlten zwanzigsten Mal seinen Milchshake fotografiert.

Leben 6: Die Mutti

Im Park mit Leah
Erziehung ist nicht meine Aufgabe. Darüber bin ich ganz froh, das kommt schon noch früh genug auf einen zugerollt. Als Aupair führt aber glücklicherweise kein Weg an gewissen – nennen wir es mal mütterlichen Pflichten – vorbei. Und so backe, räume, wasche, putze, ermahne, koche und stricke ich. Außerdem lese ich vor, nehme in den Arm, putze Gesichter, gebe das Fläschchen, bereite das Frühstück (was wohl, meistens Vegemite und Butter auf Toast), räume hinterher, erkläre, spiele und sorge mich. All das genieße ich!

Und so mache ich mir einen Kopf um die Kinder, ob es ihnen gut geht, wie ich ihnen helfen kann und wann sie endlich schlafen.

Leben 7: Juju


Mittagspause am North Beach





Spät eingefallen und doch nicht vergessen. Bei so vielen Leben macht man sich eben einen Kopf um alles, da sollte man doch selbst nicht allzu kurz kommen. Sicher, es betrifft ja alles mich, sind es ja meine Rollen, mein Leben. Aber es gibt ja auch noch mich – einfach nur als Ich. Schlicht meine Person und da muss man sich gelegentlich dran erinnern, den Kopf für die weiteren sechs Leben mal für einen Moment lang auszuschalten, um Raum zu machen für sich selbst. Was möchte ich machen, was nicht? Brauche ich Ruhe? Brauche ich Action? Brauche ich Spaß oder brauche ich nichts? Was kommt jetzt, was kommt danach? Möchte ich mehr sehen oder möchte ich bleiben?

Und so mache ich mir gelegentlich einen Kopf um mich selbst, ob es mir gut geht oder was ich mir Gutes tun kann. Muss man anscheinend üben, tut aber gut, wenn man es dann einigermaßen beherrscht, sehr empfehlenswert!

Und so leben ich hier meine sieben parallelen Leben genüsslich vor mich hin und versuche sie schön sortiert zu halten.

Nun aber zur Rolle der Blogschreiberin (dürfte wohl ein wenig Freundin, ein wenig Familienmitglied und vor allem Juju sein), folgt hier noch der Bloggruß. Der geht heute an meine liebe Schwiegerfamilie! Ein dickes Dankeschön an euch, dass ihr mir unseren Nils ab nächster Woche überlasst, damit er hier in Australien meine Leben durcheinanderbringen kann! Ich werde gut auf ihn aufpassen und ihm wenn nötig beim Sortieren seiner Leben helfen! Fühlt euch umarmt und lasst es euch gut gehen!

Dienstag, 3. September 2013

Spaß, Spannung und Spontaneität..

Das wären wohl die drei passendsten Begriffe für die letzten weggerasten zwei Wochen. Ich stelle mir vor, wie ein kleiner, fies guckender, verwarzter Gnom auf einem Stein sitzt und unfassbar schnell am Nuppi (nur für dich, Daniel!) einer überdimensionalen Uhr schraubt und sich darüber freut, allen eins reinzuwürgen, die eine schöne Zeit verbringen und diese gern zwischendurch mal für einen Moment lang anhalten würden, um durchzuatmen und sich darüber freuen zu können, wie gut es das Leben mit ihnen meint. In diesem Szenario bin ich überraschenderweise mal nicht der Gnom. Und nun nutze ich den Moment des schlafenden Babys dazu, glücklich zu sein über die Entscheidung, herzukommen und dieses Glück mit euch zu teilen!

Draußen klatscht der Regen gerade dermaßen laut gegen die armen Plexiglasscheiben (Wieso hat hier eigentlich kaum jemand Glasfenster? Baufachmänner an die Front: Ist das wegen der Hitze im Sommer?), dass ich befürchte, Leah unterbricht diesen freien Moment bald durch ein liebliches und ohrenbetäubendes „Lass mich aufstehen, ich bin waaaaaaaaach!“
Umso schöner, dass meine lieben Au Pair-Mädels und ich gestern wunderschöne Momente am Strand hatten und dem Meer dabei zusehen konnten, wie es immer schönere Wellen zaubert – Übung macht eben doch den Meister. Die Mittagspausen im Yelo Cafe auf dem West Coast Drive mit den Mädels werden zur angenehmen Angewohnheit, womit wohl jede von uns Vieren gut leben kann! Man findet Gemeinsamkeiten, Rituale und kein Ende, wenn man abends gemütlich zusammen sitzt, gemeinsam isst (was auch sonst?) und leckeren australischen Wein oder Cider genießt. Es ist immer wieder schön mitzuerleben, wie schnell man zusammenwachsen kann. Vor einigen Wochen haben wir alle nie voneinander gehört, uns gesehen, geschweige denn miteinander gesprochen und nun sind wir eine kleine Au Pair-Familie geworden und teilen eine aufregende Zeit miteinander, die sicher niemand von uns jemals vergessen wird. Freundschaft eben..

Für uns Freunde kam Groupon gerade recht. (Wer Groupon nicht kennt, muss ohnehin dringend spätestens nach Lesen dieses Eintrages Googlen und sich anmelden!) So wurden wir aufmerksam auf die Möglichkeit, hier in Perth mit wilden Delfinen zu schwimmen und zu sechst fünf Nächte in einer Luxusvilla mit eigenem Pool auf Lombok in Indonesien zu verbringen. Soviel zu noch anstehenden Aktivitäten. Natürlich waren wir aber auch die letzten zwei Wochen (auch das zweite Mal Ausschreiben macht es für mich nicht glaubhafter) nicht faul. Zumindest nicht nur..

Nachdem unser geplanter Tagesausflug zum Sandboarden nach Lancelin und anschließend zu den Pinnacles (eine Art Wüste mit über Millionen von Jahren durch Wind und Wetter geformten Steinen) wegen Regen ausfallen musste, hieß es in jener Woche erst einmal überdachtes Picknick, Kino, Kaffee und anschließend noch zur Sunday Session mit Cider und Livemusik. Das Sängerherz wurde etwas wehmütig, was der schöne Tag und Abend aber natürlich locker wegstecken konnte.

Yummi Picknick
Es folgte eine spaßerfüllte Woche mit den Kindern. Auch wir finden langsam aber sicher unsere kleinen Rituale (wie das Stoppen der Zeit unter der Dusche oder des Luftanhaltens in der Badewanne mit klitzekleinen Schummel-Atmungen zwischendurch, so dass die drei Minuten auch wirklich erreicht werden), unsere Lieblingsbeschäftigungen (wie Uno spielen oder das neue Lieblingsbuch „The Gruffelo“ lesen) und unsere Reibungspunkte (wie schul- oder bettfertig machen anstatt Uno zu spielen oder „The Gruffelo“ zu lesen..) Und so kam es, wie es kommen musste, dass ich meine australische Familie bereits jetzt vermisst habe, obwohl sie doch nur von freitag bis montag bei Daddy im Outback waren. Hund Max und ich haben mit Au Pair-Cousinchen Hannahs Hilfe das Haus gehütet – das ruhige Haus (mal abgesehen von dem kleinen Dauerbeller). Und auch wenn ich den Kinderlärm und die Windelwechselei vermisst habe, muss ich doch sagen: es war entspannt und schön! Und das Wetter war auch gut. Wer nämlich nach meinem bereits zweifach erwähnten Regen jetzt denkt, dass hier ja die reinste Monsunzeit ist, darf sich von den Fotos vom Gegenteil überzeugen lassen.
Der Regen blieb fern und so haben auch wir uns vorgestern früh morgens auf den Weg gemacht. Schroddi-Schröder nochmal schnell vollgetankt und los ging’s zum geplanten Tagesausflug. Dank der Verschiebung um eine Woche konnte nun auch Hannah teilnehmen und so hieß es: prallgefüllten Picknickkorb eingepackt und ab auf den Indian Ocean Drive Richtung Norden! Nach anderthalb Stunden Schröderfahrt waren wir dann in Lancelin, ab zu den Sanddünen und schnell wieder zurück in den nach Seegras stinkenden Ort, um Sandboards zu leihen, da das nicht wie erwartet bei den Dünen selbst geht. Boards eingepackt und – Zack – zurück zu den Dünen gedüst, um diese dann auf den Boards runterzudüsen.. Soweit der Plan. Aus dem Runterdüsen wurde mehr ein Runterwackeln, da das Sandboard nur mit hartem Körpereinsatz von der Stelle zu bewegen war – tat dem Spaß keinen Abbruch und auch hier beweisen die Fotos, dass ich nicht lüge, wenn ich behaupte:
What a big fun!!





Cuddling mit Lena, Hannah und Julia
Anschließend dann wieder nach Stink-City, um die Boards abzugeben. Gesagt, getan und weitergedüst. Dieses Mal auch wieder im wahren Düsetempo mit Kollege Schroddi. Vorbei an Schildern, die lauter spannende australische Tiere ankündigen. Zu einigen toten Kängurus neben dem Highway kam dann bei dieser Fahrt auch ein Emu. Leider ebenfalls weniger lebendig und weniger wild als erhofft. (Wo verstecken die sich alle bloß? Gut, dass auch ein Besuch im Wildlife-Park noch ansteht.)
Eine knappe Stunde weiter „oben“ waren wir dann bei den Pinnacles, wo wir an der Einfahrt von einem grummeligen Mann liebevoll mit einem monotonen und ohne Punkt und Komma aufgesagten: „WelcomeToThePinnaclesThatsElevenDollars“ begrüßt wurden. Schnell noch die Info eingesackt, dass es erstmal weit und breit keinen Kaffee für unsere müden Körper gibt, sind wir reingefahren und wurden sofort entschädigt von einem unglaublichen und faszinierenden Naturspektakel! Übertrieben? Nix da.. Da kann man zum echten Naturfreund werden. Glücklicherweise finden sich überall nette Franzosen und Brasilianerinnen, die sich fröhlich bereiterklären, die Fotografenrolle zu übernehmen, so dass nicht immer eine der vier Ladies auf den Bildern fehlen musste.
Und so hatten wir nach einem anstrengenden und wunderschönen Sonntag mit spannenden Eindrücken neben über 300 Bildern den Bauch nicht nur voll mit leckerem selbstkredenzten Essen, sondern auch mit Glücksgefühlen!





Spaß, Spannung, Spontaneität.. das sind hoffentlich auch die drei passendsten Worte für die kommenden Wochen! Was das angeht, bin ich allerdings recht zuversichtlich. Und auch die Wettervorhersage ist wieder höchst angenehm zu betrachten..

Mein heutiger Blog-Gruß geht wehmütigenden Sängerherzens und mit ein bisschen Werbung (http://www.airborne-hamburg.net/) an meine fünf lieben Bandkollegen von Airborne. Ich denk an euch an jedem eurer Auftrittstermine und drücke euch aus der Ferne! Ich hoffe, das Festival war ein Fest!! Trällernde Grüße aus dem Background