Das
wären wohl die drei passendsten Begriffe für die letzten
weggerasten zwei Wochen. Ich stelle mir vor, wie ein kleiner, fies
guckender, verwarzter Gnom auf einem Stein sitzt und unfassbar
schnell am Nuppi (nur für dich, Daniel!) einer überdimensionalen
Uhr schraubt und sich darüber freut, allen eins reinzuwürgen, die
eine schöne Zeit verbringen und diese gern zwischendurch mal für
einen Moment lang anhalten würden, um durchzuatmen und sich darüber
freuen zu können, wie gut es das Leben mit ihnen meint. In diesem
Szenario bin ich überraschenderweise mal nicht der Gnom. Und nun
nutze ich den Moment des schlafenden Babys dazu, glücklich zu sein
über die Entscheidung, herzukommen und dieses Glück mit euch zu
teilen!
Draußen klatscht der Regen gerade
dermaßen laut gegen die armen Plexiglasscheiben (Wieso hat hier
eigentlich kaum jemand Glasfenster? Baufachmänner an die Front: Ist
das wegen der Hitze im Sommer?), dass ich befürchte, Leah
unterbricht diesen freien Moment bald durch ein liebliches und
ohrenbetäubendes „Lass mich aufstehen, ich bin waaaaaaaaach!“
Umso schöner, dass meine lieben Au
Pair-Mädels und ich gestern wunderschöne Momente am Strand hatten
und dem Meer dabei zusehen konnten, wie es immer schönere Wellen
zaubert – Übung macht eben doch den Meister. Die Mittagspausen im
Yelo Cafe auf dem West Coast Drive mit den Mädels werden zur
angenehmen Angewohnheit, womit wohl jede von uns Vieren gut leben
kann! Man findet Gemeinsamkeiten, Rituale und kein Ende, wenn man
abends gemütlich zusammen sitzt, gemeinsam isst (was auch sonst?)
und leckeren australischen Wein oder Cider genießt. Es ist immer
wieder schön mitzuerleben, wie schnell man zusammenwachsen kann. Vor
einigen Wochen haben wir alle nie voneinander gehört, uns gesehen,
geschweige denn miteinander gesprochen und nun sind wir eine kleine
Au Pair-Familie geworden und teilen eine aufregende Zeit miteinander,
die sicher niemand von uns jemals vergessen wird. Freundschaft eben..
Für uns Freunde kam Groupon gerade
recht. (Wer Groupon nicht kennt, muss ohnehin dringend spätestens
nach Lesen dieses Eintrages Googlen und sich anmelden!) So wurden wir
aufmerksam auf die Möglichkeit, hier in Perth mit wilden Delfinen zu
schwimmen und zu sechst fünf Nächte in einer Luxusvilla mit eigenem
Pool auf Lombok in Indonesien zu verbringen. Soviel zu noch
anstehenden Aktivitäten. Natürlich waren wir aber auch die letzten
zwei Wochen (auch das zweite Mal Ausschreiben macht es für mich
nicht glaubhafter) nicht faul. Zumindest nicht nur..
Nachdem unser geplanter Tagesausflug
zum Sandboarden nach Lancelin und anschließend zu den Pinnacles
(eine Art Wüste mit über Millionen von Jahren durch Wind und Wetter
geformten Steinen) wegen Regen ausfallen musste, hieß es in jener
Woche erst einmal überdachtes Picknick, Kino, Kaffee und
anschließend noch zur Sunday Session mit Cider und Livemusik. Das
Sängerherz wurde etwas wehmütig, was der schöne Tag und Abend aber
natürlich locker wegstecken konnte.
| Yummi Picknick |
Es folgte eine spaßerfüllte Woche mit
den Kindern. Auch wir finden langsam aber sicher unsere kleinen
Rituale (wie das Stoppen der Zeit unter der Dusche oder des
Luftanhaltens in der Badewanne mit klitzekleinen Schummel-Atmungen
zwischendurch, so dass die drei Minuten auch wirklich erreicht
werden), unsere Lieblingsbeschäftigungen (wie Uno spielen oder das
neue Lieblingsbuch „The Gruffelo“ lesen) und unsere
Reibungspunkte (wie schul- oder bettfertig machen anstatt Uno zu
spielen oder „The Gruffelo“ zu lesen..) Und so kam es, wie es
kommen musste, dass ich meine australische Familie bereits jetzt
vermisst habe, obwohl sie doch nur von freitag bis montag bei Daddy
im Outback waren. Hund Max und ich haben mit Au Pair-Cousinchen
Hannahs Hilfe das Haus gehütet – das ruhige Haus (mal abgesehen
von dem kleinen Dauerbeller). Und auch wenn ich den Kinderlärm und
die Windelwechselei vermisst habe, muss ich doch sagen: es war
entspannt und schön! Und das Wetter war auch gut. Wer nämlich nach
meinem bereits zweifach erwähnten Regen jetzt denkt, dass hier ja
die reinste Monsunzeit ist, darf sich von den Fotos vom Gegenteil
überzeugen lassen.
Der Regen blieb fern und so haben auch
wir uns vorgestern früh morgens auf den Weg gemacht.
Schroddi-Schröder nochmal schnell vollgetankt und los ging’s zum
geplanten Tagesausflug. Dank der Verschiebung um eine Woche konnte
nun auch Hannah teilnehmen und so hieß es: prallgefüllten
Picknickkorb eingepackt und ab auf den Indian Ocean Drive Richtung
Norden! Nach anderthalb Stunden Schröderfahrt waren wir dann in
Lancelin, ab zu den Sanddünen und schnell wieder zurück in den nach
Seegras stinkenden Ort, um Sandboards zu leihen, da das nicht wie
erwartet bei den Dünen selbst geht. Boards eingepackt und – Zack –
zurück zu den Dünen gedüst, um diese dann auf den Boards
runterzudüsen.. Soweit der Plan. Aus dem Runterdüsen wurde mehr ein
Runterwackeln, da das Sandboard nur mit hartem Körpereinsatz von der
Stelle zu bewegen war – tat dem Spaß keinen Abbruch und auch hier
beweisen die Fotos, dass ich nicht lüge, wenn ich behaupte:
What a big fun!!
| Cuddling mit Lena, Hannah und Julia |
Anschließend dann wieder nach
Stink-City, um die Boards abzugeben. Gesagt, getan und weitergedüst.
Dieses Mal auch wieder im wahren Düsetempo mit Kollege Schroddi.
Vorbei an Schildern, die lauter spannende australische Tiere
ankündigen. Zu einigen toten Kängurus neben dem Highway kam dann
bei dieser Fahrt auch ein Emu. Leider ebenfalls weniger lebendig und
weniger wild als erhofft. (Wo verstecken die sich alle bloß? Gut,
dass auch ein Besuch im Wildlife-Park noch ansteht.)
Eine knappe Stunde weiter „oben“
waren wir dann bei den Pinnacles, wo wir an der Einfahrt von einem
grummeligen Mann liebevoll mit einem monotonen und ohne Punkt und
Komma aufgesagten: „WelcomeToThePinnaclesThatsElevenDollars“
begrüßt wurden. Schnell noch die Info eingesackt, dass es erstmal
weit und breit keinen Kaffee für unsere müden Körper gibt, sind
wir reingefahren und wurden sofort entschädigt von einem
unglaublichen und faszinierenden Naturspektakel! Übertrieben? Nix
da.. Da kann man zum echten Naturfreund werden. Glücklicherweise
finden sich überall nette Franzosen und Brasilianerinnen, die sich
fröhlich bereiterklären, die Fotografenrolle zu übernehmen, so
dass nicht immer eine der vier Ladies auf den Bildern fehlen musste.
Und so hatten wir nach einem
anstrengenden und wunderschönen Sonntag mit spannenden Eindrücken
neben über 300 Bildern den Bauch nicht nur voll mit leckerem
selbstkredenzten Essen, sondern auch mit Glücksgefühlen!
Spaß, Spannung, Spontaneität.. das sind hoffentlich auch die drei passendsten Worte für die kommenden Wochen! Was das angeht, bin ich allerdings recht zuversichtlich. Und auch die Wettervorhersage ist wieder höchst angenehm zu betrachten..
Mein heutiger Blog-Gruß geht
wehmütigenden Sängerherzens und mit ein bisschen Werbung
(http://www.airborne-hamburg.net/)
an meine fünf lieben Bandkollegen von Airborne. Ich denk an euch an
jedem eurer Auftrittstermine und drücke euch aus der Ferne! Ich
hoffe, das Festival war ein Fest!! Trällernde Grüße aus dem
Background
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