Dienstag, 3. September 2013

Spaß, Spannung und Spontaneität..

Das wären wohl die drei passendsten Begriffe für die letzten weggerasten zwei Wochen. Ich stelle mir vor, wie ein kleiner, fies guckender, verwarzter Gnom auf einem Stein sitzt und unfassbar schnell am Nuppi (nur für dich, Daniel!) einer überdimensionalen Uhr schraubt und sich darüber freut, allen eins reinzuwürgen, die eine schöne Zeit verbringen und diese gern zwischendurch mal für einen Moment lang anhalten würden, um durchzuatmen und sich darüber freuen zu können, wie gut es das Leben mit ihnen meint. In diesem Szenario bin ich überraschenderweise mal nicht der Gnom. Und nun nutze ich den Moment des schlafenden Babys dazu, glücklich zu sein über die Entscheidung, herzukommen und dieses Glück mit euch zu teilen!

Draußen klatscht der Regen gerade dermaßen laut gegen die armen Plexiglasscheiben (Wieso hat hier eigentlich kaum jemand Glasfenster? Baufachmänner an die Front: Ist das wegen der Hitze im Sommer?), dass ich befürchte, Leah unterbricht diesen freien Moment bald durch ein liebliches und ohrenbetäubendes „Lass mich aufstehen, ich bin waaaaaaaaach!“
Umso schöner, dass meine lieben Au Pair-Mädels und ich gestern wunderschöne Momente am Strand hatten und dem Meer dabei zusehen konnten, wie es immer schönere Wellen zaubert – Übung macht eben doch den Meister. Die Mittagspausen im Yelo Cafe auf dem West Coast Drive mit den Mädels werden zur angenehmen Angewohnheit, womit wohl jede von uns Vieren gut leben kann! Man findet Gemeinsamkeiten, Rituale und kein Ende, wenn man abends gemütlich zusammen sitzt, gemeinsam isst (was auch sonst?) und leckeren australischen Wein oder Cider genießt. Es ist immer wieder schön mitzuerleben, wie schnell man zusammenwachsen kann. Vor einigen Wochen haben wir alle nie voneinander gehört, uns gesehen, geschweige denn miteinander gesprochen und nun sind wir eine kleine Au Pair-Familie geworden und teilen eine aufregende Zeit miteinander, die sicher niemand von uns jemals vergessen wird. Freundschaft eben..

Für uns Freunde kam Groupon gerade recht. (Wer Groupon nicht kennt, muss ohnehin dringend spätestens nach Lesen dieses Eintrages Googlen und sich anmelden!) So wurden wir aufmerksam auf die Möglichkeit, hier in Perth mit wilden Delfinen zu schwimmen und zu sechst fünf Nächte in einer Luxusvilla mit eigenem Pool auf Lombok in Indonesien zu verbringen. Soviel zu noch anstehenden Aktivitäten. Natürlich waren wir aber auch die letzten zwei Wochen (auch das zweite Mal Ausschreiben macht es für mich nicht glaubhafter) nicht faul. Zumindest nicht nur..

Nachdem unser geplanter Tagesausflug zum Sandboarden nach Lancelin und anschließend zu den Pinnacles (eine Art Wüste mit über Millionen von Jahren durch Wind und Wetter geformten Steinen) wegen Regen ausfallen musste, hieß es in jener Woche erst einmal überdachtes Picknick, Kino, Kaffee und anschließend noch zur Sunday Session mit Cider und Livemusik. Das Sängerherz wurde etwas wehmütig, was der schöne Tag und Abend aber natürlich locker wegstecken konnte.

Yummi Picknick
Es folgte eine spaßerfüllte Woche mit den Kindern. Auch wir finden langsam aber sicher unsere kleinen Rituale (wie das Stoppen der Zeit unter der Dusche oder des Luftanhaltens in der Badewanne mit klitzekleinen Schummel-Atmungen zwischendurch, so dass die drei Minuten auch wirklich erreicht werden), unsere Lieblingsbeschäftigungen (wie Uno spielen oder das neue Lieblingsbuch „The Gruffelo“ lesen) und unsere Reibungspunkte (wie schul- oder bettfertig machen anstatt Uno zu spielen oder „The Gruffelo“ zu lesen..) Und so kam es, wie es kommen musste, dass ich meine australische Familie bereits jetzt vermisst habe, obwohl sie doch nur von freitag bis montag bei Daddy im Outback waren. Hund Max und ich haben mit Au Pair-Cousinchen Hannahs Hilfe das Haus gehütet – das ruhige Haus (mal abgesehen von dem kleinen Dauerbeller). Und auch wenn ich den Kinderlärm und die Windelwechselei vermisst habe, muss ich doch sagen: es war entspannt und schön! Und das Wetter war auch gut. Wer nämlich nach meinem bereits zweifach erwähnten Regen jetzt denkt, dass hier ja die reinste Monsunzeit ist, darf sich von den Fotos vom Gegenteil überzeugen lassen.
Der Regen blieb fern und so haben auch wir uns vorgestern früh morgens auf den Weg gemacht. Schroddi-Schröder nochmal schnell vollgetankt und los ging’s zum geplanten Tagesausflug. Dank der Verschiebung um eine Woche konnte nun auch Hannah teilnehmen und so hieß es: prallgefüllten Picknickkorb eingepackt und ab auf den Indian Ocean Drive Richtung Norden! Nach anderthalb Stunden Schröderfahrt waren wir dann in Lancelin, ab zu den Sanddünen und schnell wieder zurück in den nach Seegras stinkenden Ort, um Sandboards zu leihen, da das nicht wie erwartet bei den Dünen selbst geht. Boards eingepackt und – Zack – zurück zu den Dünen gedüst, um diese dann auf den Boards runterzudüsen.. Soweit der Plan. Aus dem Runterdüsen wurde mehr ein Runterwackeln, da das Sandboard nur mit hartem Körpereinsatz von der Stelle zu bewegen war – tat dem Spaß keinen Abbruch und auch hier beweisen die Fotos, dass ich nicht lüge, wenn ich behaupte:
What a big fun!!





Cuddling mit Lena, Hannah und Julia
Anschließend dann wieder nach Stink-City, um die Boards abzugeben. Gesagt, getan und weitergedüst. Dieses Mal auch wieder im wahren Düsetempo mit Kollege Schroddi. Vorbei an Schildern, die lauter spannende australische Tiere ankündigen. Zu einigen toten Kängurus neben dem Highway kam dann bei dieser Fahrt auch ein Emu. Leider ebenfalls weniger lebendig und weniger wild als erhofft. (Wo verstecken die sich alle bloß? Gut, dass auch ein Besuch im Wildlife-Park noch ansteht.)
Eine knappe Stunde weiter „oben“ waren wir dann bei den Pinnacles, wo wir an der Einfahrt von einem grummeligen Mann liebevoll mit einem monotonen und ohne Punkt und Komma aufgesagten: „WelcomeToThePinnaclesThatsElevenDollars“ begrüßt wurden. Schnell noch die Info eingesackt, dass es erstmal weit und breit keinen Kaffee für unsere müden Körper gibt, sind wir reingefahren und wurden sofort entschädigt von einem unglaublichen und faszinierenden Naturspektakel! Übertrieben? Nix da.. Da kann man zum echten Naturfreund werden. Glücklicherweise finden sich überall nette Franzosen und Brasilianerinnen, die sich fröhlich bereiterklären, die Fotografenrolle zu übernehmen, so dass nicht immer eine der vier Ladies auf den Bildern fehlen musste.
Und so hatten wir nach einem anstrengenden und wunderschönen Sonntag mit spannenden Eindrücken neben über 300 Bildern den Bauch nicht nur voll mit leckerem selbstkredenzten Essen, sondern auch mit Glücksgefühlen!





Spaß, Spannung, Spontaneität.. das sind hoffentlich auch die drei passendsten Worte für die kommenden Wochen! Was das angeht, bin ich allerdings recht zuversichtlich. Und auch die Wettervorhersage ist wieder höchst angenehm zu betrachten..

Mein heutiger Blog-Gruß geht wehmütigenden Sängerherzens und mit ein bisschen Werbung (http://www.airborne-hamburg.net/) an meine fünf lieben Bandkollegen von Airborne. Ich denk an euch an jedem eurer Auftrittstermine und drücke euch aus der Ferne! Ich hoffe, das Festival war ein Fest!! Trällernde Grüße aus dem Background

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