So ging es dann am 16. in aller Frühe
zum Flughafen (wir erinnern uns: etwa 2,5 Stunden Autofahrt, um in
Paraburdoo anzukommen, anschließend knappe 2 Stunden Flug bis
Perth).
| Auf diesem Bild seht ihr so ungefähr alles vom Flughafen Paraburdoo |
Ja, das wäre der normale Plan gewesen.
Perth ist aber eine schöne Stadt und aus diesem Grund wollten an
jenem Tag leider zu viele Flugzeuge auf einmal dort landen. Was heißt
das für uns? Da wir in einer nicht allzu großen Propeller-Maschine
saßen, die uns und ansonsten fast ausschließlich Minenarbeiter gen
Süden bringen sollte, musste umgeplant werden. Keine Landeerlaubnis.
Witzig.. Also erstmal mit dem Flugzeug zurück bis Geraldton zum
Nachtanken. Am regnerischen Flughafen angekommen, konnten wir
aufgrund des Wetters dann erstmal nicht wieder starten. Witzig.. Also
weitere Momente im Flieger (aus Sicherheitsgründen durften wir
nämlich nicht raus - ah ja). Hier gab es natürlich nur ausreichend
Essen für eine knapp zweistündige Tour. Mal ganz davon abgesehen,
dass auch WIR nur für eine Kurzstrecke ausgestattet waren, und somit
(nicht nur) das Baby langsam aber sicher wieder hungrig wurde.
Witzig.. So wurden also aus knapp zwei Stunden im Flugzeug gute sechs
Stunden hungrig und mit schreiendem Kind und verständlicherweise
genervten Jungs, zwei Mal Starten, zwei mal Landen.. Alles in allem
ein witziger Trip also..
Nun sind wir aber doch noch angekommen
und dann hieß es auch schon fast wieder Packen. Wofür denn nun
schon wieder? Glamping-Urlaub in Busselton. Meiner Ansicht nach eine
wunderschöne Wortkombi, aber wie campt man denn glamourös? Ein
Wochenende in einem Ressort voller schicker Miniferienhäuser,
genannt Chalet. In „Chalet No.3“ (klingt wie Parfum, riecht aber
anders) haben wir es uns dann alle zusammen mit der mitgebrachten
Nespresso und jeder Menge leckerem Essen gemütlich gemacht. Der
Flatscreen zeigte das Kinderprogramm, am zweiten Abend ließen wir
uns indisches Essen liefern. So glampt man also. Die befreundete
Familie, die das Chalet direkt nebenan bewohnte, hat mit den
entzückenden Kindern April (2) und Harry (5) ganz großartig zum
allgemeinen Amüsement beigetragen.
| Chalet No.3 mit Familienkutsche |
| Wer schläft denn da so friedlich auf dem Heimweg? |
So, und auch dieses Wochenende ist
bereits vorüber, was mir zeigt, dass ich mit meinem Eintrag diesmal
recht lange gewartet und viel „gesammelt“ habe. Wir sind wieder
in Perth angekommen und Papa Aaron ist just in diesem Moment auf dem
Weg zum Flughafen, um wieder fleißig im Roadhouse weiterzuarbeiten.
Daumen drücken, dass er diesmal tatsächlich knappe zwei Stunden
Flug genießen kann, aber ich gehe nicht davon aus, dass sie den
Flugverkehr in Paraburdoo vor lauter Andrang nicht in den Griff
bekommen, um ehrlich zu sein.
| Geburtstagskuchen für Oma Julia, die sich samstag auf große Europareise begibt. |
Heute abend startet also der Alltag.
Die Schule hat heute wieder begonnen, aber leider ohne den kranken
James. Armer Wurm, wo er Schule doch so liebt! Nun ist erstmal keine
weitere Reise geplant, dennoch stehen spannende Ereignisse bevor und
bereits gestern ging es los mit weiteren aufregenden Erlebnissen:
Mit Opa John ging's gestern zehn
Fußminuten zu deren Haus, um „mein“ Auto dort abzuholen. Das
erste Auto meiner Gastmutter steht dort seit Längerem ungenutzt
unter einem Baum – unnötig, jetzt wo ich doch hier bin, meinen
alle und somit hieß es gestern seit meiner Ankunft das erste Mal
wieder: rechts einsteigen! Wie aufregend, wo doch genau da das
Lenkrad ist. Und nun also umdenken. Aber nicht bei allem – das wäre
ja zu einfach. Und so suche ich den Gurt links, die Handbremse rechts
und wische gründlichst die Scheibe, bevor ich rechts abbiege.. Der
erste Gang ist aber wie gewohnt ganz links auf dem Schaltknüppelweg
und glücklicherweise haben auch die Pedale ihre „richtig-rumme“
Anordnung. John sagt, sie sind eben nur halb-verwirrend. Ich als
bekanntes Mathegenie finde halbkonsequent aber doppeltverwirrend und
bestehe somit auf meinen „Thanks for your understanding – I'm a
tourist“-Aufkleber in der Heckscheibe.
Bereits nach einigen Kurven wirkte ich
aber fast schon routiniert, vielleicht also doch kein Warnhinweis.
Den Autos in den letzten Wochen dabei zuzusehen, auf der falschen
Seite zu fahren, war sicher hilfreich. Unabhängig und mobil setze
ich nun also mein Abenteuer hier fort.
| Falschrum.. |
| Mein Autochen - liebevoll getauft auf den Namen Schroddi - fährt aber 1a |
Und zwar genau jetzt. Ab in einen
nahegelegenen (naja, mit dem Auto jedenfalls) Coffeeshop zum Treffen
mit einem anderen deutschen AuPair. Ein bisschen soziale Anbindung
außerhalb der Familie wird ja auch niemandem schaden. So let's make
friends!
| Lass "Blumen" sprechen.. |
Um aber alte Traditionen aufrecht zu
erhalten, hier noch schnell mein heutiger Blog-Gruß:
Dieser geht an meine liebe Anna! Für
dich setze ich unser Café-Hopping jetzt in Australien in die Tat um!
Selbstverständlich ersetzt das kein einziges Treffen, das folgt,
sobald ich wieder da bin! Ich mach mich nur schonmal warm! Bunte,
warme Kaffeegrüße an jeden deiner Sinne!
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