Dienstag, 23. Juli 2013

Zurück in der Zivilisation

Obwohl es im Outback weder Zeit noch Termine gibt, sind auch dort die Schulferien irgendwann vorbei und es geht zurück „nach Hause“. Nach zehn wundervollen Tagen in Nanutarra gefüllt mit viel Roadhouse-Arbeit, schönen Stunden am Fluss und circa 1073 Runden „Uno“ ist somit auch diese schöne Reise nun vorbei.
So ging es dann am 16. in aller Frühe zum Flughafen (wir erinnern uns: etwa 2,5 Stunden Autofahrt, um in Paraburdoo anzukommen, anschließend knappe 2 Stunden Flug bis Perth).

Auf diesem Bild seht ihr so ungefähr alles vom Flughafen Paraburdoo
Ja, das wäre der normale Plan gewesen. Perth ist aber eine schöne Stadt und aus diesem Grund wollten an jenem Tag leider zu viele Flugzeuge auf einmal dort landen. Was heißt das für uns? Da wir in einer nicht allzu großen Propeller-Maschine saßen, die uns und ansonsten fast ausschließlich Minenarbeiter gen Süden bringen sollte, musste umgeplant werden. Keine Landeerlaubnis. Witzig.. Also erstmal mit dem Flugzeug zurück bis Geraldton zum Nachtanken. Am regnerischen Flughafen angekommen, konnten wir aufgrund des Wetters dann erstmal nicht wieder starten. Witzig.. Also weitere Momente im Flieger (aus Sicherheitsgründen durften wir nämlich nicht raus - ah ja). Hier gab es natürlich nur ausreichend Essen für eine knapp zweistündige Tour. Mal ganz davon abgesehen, dass auch WIR nur für eine Kurzstrecke ausgestattet waren, und somit (nicht nur) das Baby langsam aber sicher wieder hungrig wurde. Witzig.. So wurden also aus knapp zwei Stunden im Flugzeug gute sechs Stunden hungrig und mit schreiendem Kind und verständlicherweise genervten Jungs, zwei Mal Starten, zwei mal Landen.. Alles in allem ein witziger Trip also..

Nun sind wir aber doch noch angekommen und dann hieß es auch schon fast wieder Packen. Wofür denn nun schon wieder? Glamping-Urlaub in Busselton. Meiner Ansicht nach eine wunderschöne Wortkombi, aber wie campt man denn glamourös? Ein Wochenende in einem Ressort voller schicker Miniferienhäuser, genannt Chalet. In „Chalet No.3“ (klingt wie Parfum, riecht aber anders) haben wir es uns dann alle zusammen mit der mitgebrachten Nespresso und jeder Menge leckerem Essen gemütlich gemacht. Der Flatscreen zeigte das Kinderprogramm, am zweiten Abend ließen wir uns indisches Essen liefern. So glampt man also. Die befreundete Familie, die das Chalet direkt nebenan bewohnte, hat mit den entzückenden Kindern April (2) und Harry (5) ganz großartig zum allgemeinen Amüsement beigetragen. 

Chalet No.3 mit Familienkutsche
Wer schläft denn da so friedlich auf dem Heimweg?
So, und auch dieses Wochenende ist bereits vorüber, was mir zeigt, dass ich mit meinem Eintrag diesmal recht lange gewartet und viel „gesammelt“ habe. Wir sind wieder in Perth angekommen und Papa Aaron ist just in diesem Moment auf dem Weg zum Flughafen, um wieder fleißig im Roadhouse weiterzuarbeiten. Daumen drücken, dass er diesmal tatsächlich knappe zwei Stunden Flug genießen kann, aber ich gehe nicht davon aus, dass sie den Flugverkehr in Paraburdoo vor lauter Andrang nicht in den Griff bekommen, um ehrlich zu sein. 

Geburtstagskuchen für Oma Julia, die sich samstag auf große Europareise begibt.
Heute abend startet also der Alltag. Die Schule hat heute wieder begonnen, aber leider ohne den kranken James. Armer Wurm, wo er Schule doch so liebt! Nun ist erstmal keine weitere Reise geplant, dennoch stehen spannende Ereignisse bevor und bereits gestern ging es los mit weiteren aufregenden Erlebnissen:
Mit Opa John ging's gestern zehn Fußminuten zu deren Haus, um „mein“ Auto dort abzuholen. Das erste Auto meiner Gastmutter steht dort seit Längerem ungenutzt unter einem Baum – unnötig, jetzt wo ich doch hier bin, meinen alle und somit hieß es gestern seit meiner Ankunft das erste Mal wieder: rechts einsteigen! Wie aufregend, wo doch genau da das Lenkrad ist. Und nun also umdenken. Aber nicht bei allem – das wäre ja zu einfach. Und so suche ich den Gurt links, die Handbremse rechts und wische gründlichst die Scheibe, bevor ich rechts abbiege.. Der erste Gang ist aber wie gewohnt ganz links auf dem Schaltknüppelweg und glücklicherweise haben auch die Pedale ihre „richtig-rumme“ Anordnung. John sagt, sie sind eben nur halb-verwirrend. Ich als bekanntes Mathegenie finde halbkonsequent aber doppeltverwirrend und bestehe somit auf meinen „Thanks for your understanding – I'm a tourist“-Aufkleber in der Heckscheibe.
Bereits nach einigen Kurven wirkte ich aber fast schon routiniert, vielleicht also doch kein Warnhinweis. Den Autos in den letzten Wochen dabei zuzusehen, auf der falschen Seite zu fahren, war sicher hilfreich. Unabhängig und mobil setze ich nun also mein Abenteuer hier fort. 

Falschrum..
Mein Autochen - liebevoll getauft auf den Namen Schroddi - fährt aber 1a


Und zwar genau jetzt. Ab in einen nahegelegenen (naja, mit dem Auto jedenfalls) Coffeeshop zum Treffen mit einem anderen deutschen AuPair. Ein bisschen soziale Anbindung außerhalb der Familie wird ja auch niemandem schaden. So let's make friends!

Lass "Blumen" sprechen..
Um aber alte Traditionen aufrecht zu erhalten, hier noch schnell mein heutiger Blog-Gruß:
Dieser geht an meine liebe Anna! Für dich setze ich unser Café-Hopping jetzt in Australien in die Tat um! Selbstverständlich ersetzt das kein einziges Treffen, das folgt, sobald ich wieder da bin! Ich mach mich nur schonmal warm! Bunte, warme Kaffeegrüße an jeden deiner Sinne!






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