Betritt keinen Supermarkt, wenn du
hungrig bist! Das ist sehr wahr und hier sogar noch wahrer, sollte
dieser Begriff steigerbar sein, woran ich stark und sogar (durchaus
steigerbar) stärker zweifle. Nach nun etwas mehr als sechs Wochen
konnte ich mir ein ungefähr ziemlich genaues (!) Bild davon machen,
wie die Australier aus kulinarischer Sicht so ticken. Gefällt es
mir? Der größte Teil des Mysteriums Futter hier in Oz gefällt mir
sogar sehr – nirgends habe ich geschmackvollere Früchte gegessen
und auch mit der Vorliebe für's Grillen, die natürlich erst im
Sommer so richtig Anlauf nimmt, kann ich mich bestens abfinden! Nun
gehört natürlich auch Glück dazu, hört man von anderen
Neu-Einheimischen von gruseligen Fertigessen, Gemüsezubereitung in
der Mikrowelle und solch höchst gesunden Ideen. Wenn man aber in
einem frischzubereitenden Biohaushalt leben darf und das, wo man
selbst gern den Kochlöffel schwingt, kann es einem ja nur gut gehen!
Abgesehen von den teilweise absurden
Preisideen hat auch das Auswärtsessen absolut eine Erwähnung an
dieser Stelle verdient. Um es schlicht und typisch australisch
auszudrücken:
Very yummy! Ein letzter Tipp vor der
geschriebenen und bildlichen Reise über die australischen Teller:
lieber vorher noch schnell'ne schöne Stulle schmier'n! (Es leebe die
Alliteration!!)
Los geht’s!
Sie sind bunt, sie sind klebrig, sie
sind überall: CUPCAKES! Wunderschön und aufwendig verziert,
manchmal auch schlicht, aber nicht weniger schmackhaft. Die
Geschmacksrichtungen sind so vielseitig, dass man wohl alles findet,
was man sich vorstellen oder auch nicht vorstellen möchte. Da gibt
es dann von Schwarzwälderkirsch- über Mars-Riegel- und natürlich
Marshmellow-Cupcakes alles an Farben und Dekor. Weil die Auflistung
oder gar das Fotografieren aller Sorten jenseits von Gut und Böse
wären, hier nur ein paar kleine aber feine Eindrücke der
cremig-süßen Köstlichkeit..
Die süßen Australier sind aber nicht
alle nur scharf auf das Eine und daher ist nicht nur die Auswahl an
Cupcakes, sondern allgemein an Süßkram immens! Hier ein paar
Mitstreiter des Spitzenreiters:
| Bunte Torte mit Glitzer.. Oh je.. |
| Donuts und Kuchenhandys |
| Eiskunst (Magnum & Co sind ja an sich noch nicht süß genug.. äähm..) |
Was das Schoko-Pfefferminz-liebende
Herz höher schlagen lässt: Hier ist ALLES ChocMint! Und so haben
neben dem köstlichen ChocMint-Roibusch-Tee auch schon Oreo-Waffeln
und natürlich folgender Freund den Weg in meinen Einkaufswagen
gefunden:
Um zu einem weniger süßen, aber
keinesfalls gesünderen Abschnitt zu kommen: BROT! Brot? Moment..
Lasst mich nochmal nachdenken.. Ach, richtig! Gibt’s hier ja
nicht.. Also nennen wir diesen Abschnitt lieber... TOAST... Und was
ist drauf? Butter und natürlich Vegemite! Oder Avocado. Da bin ich
dann auch gern dabei!
Es gibt übrigens durchaus eine
Unterscheidung der Begrifflichkeiten „Toast“ und „Bread“
(englisch für „Brot“, in der Theorie haben sie das also). Der
Unterschied besteht darin, dass „Bread“ ungetoasteter Toast ist,
während „Toast“ nichts anderes ist als selbige Presspappe in
knusprig. Als wir das dunkelste und körnigste Brot im „Breadshop“
(ein Tresen, an dem es circa 20 verschiedene Toastsorten und
natürlich etliche Kuchen und Kekse gibt) bestellt haben, wurde uns
ein leicht bräunliches, aber durchaus schmackhaftes Feinbrot
ausgehändigt – vom Korn keine Spur, aber lecker! Körnchen
befinden sich gelegentlich (aus Versehen?) in verschiedenen
Toastsorten. Gewöhnungsbedürftig, aber zu meiner Schande muss ich
gestehen – hab mich dran gewöhnt! Eine echte Scheibe Schwarzbrot
mit ganzen Körnern und eigenem Geschmack würde ich aber nicht
verneinen. Daher wird nächste Woche wohl mal gebacken! Dank
Thermomix ja ein Klacks! Australische Küchenfirmen scheinen nämlich
den Thermomix (Unwissende mögen bitte Google zurate ziehen und sich
auf der Stelle unsterblich in diesen Alleskönner verlieben) und
Nespresso in ihrer Grundausstattung mitzuliefern. Kaum ein Haushalt
ohne.. Und ein Schnäppchen noch dazu! Ach ne.. doch nicht!
Da ja ein Aufenthalt als Au Pair einen
beidseitigen kulturellen Austausch anbietet, nutze ich die zwei
festen Wochentage, an denen ich für die Dinner-Zubereitung zuständig
bin dazu, ein bisschen neuen Wind in die Küche zu bringen. So
folgten heute die herzhaften Crêpes den Vorreitern Bratkartoffeln,
Kartoffelpuffer mit Apfelmus, Lasagne und Nudelauflauf und und
und...– alles neu, alles akzeptiert! Nicht, dass hier dringend
Neues auf den Tisch muss. Das Selbstgekochte von Gastmama Michelle
war bisher immer köstlich und auch die häufigen Dinner in oder aus
dem Restaurant (Thai, Chinesisch, Indisch, Pizza,
Chili-Miesmuscheln...) waren viel und gut! Nicht zu vergessen die
Yummy Lunch-Treffen mit Hannah zwischen den sich häufenden
Shoppingerlebnissen.
| Lieblings-Lunch im Coffee Club |
| Yummy Snacktime |
Wer sich jetzt noch darüber wundern möchte,
dass zu dem wöchentlichen Schwimmbadbesuch ein regelmäßiges
Home-Workout gekommen ist, möge selbst herfliegen und zu einem
einzigen Essen „Nein, danke“ sagen! (beziehungsweise „No,
Thanks!“ Natürlich..)
Ein kulinarischer Blog-Gruß geht heute
ganz sicher nicht an dich, Ziegi! ;) Dieser geht nämlich an meinen
Lieblings-Schwager Arell! Du als Fachmann würdest sicher ungläubig
den Kopf schütteln, wenn du hier zum Teil die Listen der
Inhaltsstoffe studieren würdest (natürlich nicht in diesem
Haushalt).. Aber auch du wärst begeistert von kulinarischen
Neuentdeckungen! Bald mache ich mal dein Mjammi-Kartoffelpüree!
Genieß' weiterhin die griechischen Köstlichkeiten! Dicker Drücki
für dich!
Wie ungnädig von dir Koali. Das sieht ja besser aus, als das was du jemals gekocht hast. Ich weiß aus mir spricht der Neid :-) Wenn du wieder hier bist, dann back ich dir Ziegi Cup-Cakes-Nein, ich will dich nicht bestrafen, nur verzaubern :-))
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