Montag, 12. August 2013

Guten Appetit!


 Betritt keinen Supermarkt, wenn du hungrig bist! Das ist sehr wahr und hier sogar noch wahrer, sollte dieser Begriff steigerbar sein, woran ich stark und sogar (durchaus steigerbar) stärker zweifle. Nach nun etwas mehr als sechs Wochen konnte ich mir ein ungefähr ziemlich genaues (!) Bild davon machen, wie die Australier aus kulinarischer Sicht so ticken. Gefällt es mir? Der größte Teil des Mysteriums Futter hier in Oz gefällt mir sogar sehr – nirgends habe ich geschmackvollere Früchte gegessen und auch mit der Vorliebe für's Grillen, die natürlich erst im Sommer so richtig Anlauf nimmt, kann ich mich bestens abfinden! Nun gehört natürlich auch Glück dazu, hört man von anderen Neu-Einheimischen von gruseligen Fertigessen, Gemüsezubereitung in der Mikrowelle und solch höchst gesunden Ideen. Wenn man aber in einem frischzubereitenden Biohaushalt leben darf und das, wo man selbst gern den Kochlöffel schwingt, kann es einem ja nur gut gehen!

Abgesehen von den teilweise absurden Preisideen hat auch das Auswärtsessen absolut eine Erwähnung an dieser Stelle verdient. Um es schlicht und typisch australisch auszudrücken:
Very yummy! Ein letzter Tipp vor der geschriebenen und bildlichen Reise über die australischen Teller: lieber vorher noch schnell'ne schöne Stulle schmier'n! (Es leebe die Alliteration!!)

Los geht’s!
Sie sind bunt, sie sind klebrig, sie sind überall: CUPCAKES! Wunderschön und aufwendig verziert, manchmal auch schlicht, aber nicht weniger schmackhaft. Die Geschmacksrichtungen sind so vielseitig, dass man wohl alles findet, was man sich vorstellen oder auch nicht vorstellen möchte. Da gibt es dann von Schwarzwälderkirsch- über Mars-Riegel- und natürlich Marshmellow-Cupcakes alles an Farben und Dekor. Weil die Auflistung oder gar das Fotografieren aller Sorten jenseits von Gut und Böse wären, hier nur ein paar kleine aber feine Eindrücke der cremig-süßen Köstlichkeit..








Die süßen Australier sind aber nicht alle nur scharf auf das Eine und daher ist nicht nur die Auswahl an Cupcakes, sondern allgemein an Süßkram immens! Hier ein paar Mitstreiter des Spitzenreiters: 

Bunte Torte mit Glitzer.. Oh je..

Donuts und Kuchenhandys

Eiskunst (Magnum & Co sind ja an sich noch nicht süß genug.. äähm..)
Was das Schoko-Pfefferminz-liebende Herz höher schlagen lässt: Hier ist ALLES ChocMint! Und so haben neben dem köstlichen ChocMint-Roibusch-Tee auch schon Oreo-Waffeln und natürlich folgender Freund den Weg in meinen Einkaufswagen gefunden:



Um zu einem weniger süßen, aber keinesfalls gesünderen Abschnitt zu kommen: BROT! Brot? Moment.. Lasst mich nochmal nachdenken.. Ach, richtig! Gibt’s hier ja nicht.. Also nennen wir diesen Abschnitt lieber... TOAST... Und was ist drauf? Butter und natürlich Vegemite! Oder Avocado. Da bin ich dann auch gern dabei!
Es gibt übrigens durchaus eine Unterscheidung der Begrifflichkeiten „Toast“ und „Bread“ (englisch für „Brot“, in der Theorie haben sie das also). Der Unterschied besteht darin, dass „Bread“ ungetoasteter Toast ist, während „Toast“ nichts anderes ist als selbige Presspappe in knusprig. Als wir das dunkelste und körnigste Brot im „Breadshop“ (ein Tresen, an dem es circa 20 verschiedene Toastsorten und natürlich etliche Kuchen und Kekse gibt) bestellt haben, wurde uns ein leicht bräunliches, aber durchaus schmackhaftes Feinbrot ausgehändigt – vom Korn keine Spur, aber lecker! Körnchen befinden sich gelegentlich (aus Versehen?) in verschiedenen Toastsorten. Gewöhnungsbedürftig, aber zu meiner Schande muss ich gestehen – hab mich dran gewöhnt! Eine echte Scheibe Schwarzbrot mit ganzen Körnern und eigenem Geschmack würde ich aber nicht verneinen. Daher wird nächste Woche wohl mal gebacken! Dank Thermomix ja ein Klacks! Australische Küchenfirmen scheinen nämlich den Thermomix (Unwissende mögen bitte Google zurate ziehen und sich auf der Stelle unsterblich in diesen Alleskönner verlieben) und Nespresso in ihrer Grundausstattung mitzuliefern. Kaum ein Haushalt ohne.. Und ein Schnäppchen noch dazu! Ach ne.. doch nicht!
Da ja ein Aufenthalt als Au Pair einen beidseitigen kulturellen Austausch anbietet, nutze ich die zwei festen Wochentage, an denen ich für die Dinner-Zubereitung zuständig bin dazu, ein bisschen neuen Wind in die Küche zu bringen. So folgten heute die herzhaften Crêpes den Vorreitern Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer mit Apfelmus, Lasagne und Nudelauflauf und und und...– alles neu, alles akzeptiert! Nicht, dass hier dringend Neues auf den Tisch muss. Das Selbstgekochte von Gastmama Michelle war bisher immer köstlich und auch die häufigen Dinner in oder aus dem Restaurant (Thai, Chinesisch, Indisch, Pizza, Chili-Miesmuscheln...) waren viel und gut! Nicht zu vergessen die Yummy Lunch-Treffen mit Hannah zwischen den sich häufenden Shoppingerlebnissen. 

Lieblings-Lunch im Coffee Club

Yummy Snacktime

Wer sich jetzt noch darüber wundern möchte, dass zu dem wöchentlichen Schwimmbadbesuch ein regelmäßiges Home-Workout gekommen ist, möge selbst herfliegen und zu einem einzigen Essen „Nein, danke“ sagen! (beziehungsweise „No, Thanks!“ Natürlich..)

Ein kulinarischer Blog-Gruß geht heute ganz sicher nicht an dich, Ziegi! ;) Dieser geht nämlich an meinen Lieblings-Schwager Arell! Du als Fachmann würdest sicher ungläubig den Kopf schütteln, wenn du hier zum Teil die Listen der Inhaltsstoffe studieren würdest (natürlich nicht in diesem Haushalt).. Aber auch du wärst begeistert von kulinarischen Neuentdeckungen! Bald mache ich mal dein Mjammi-Kartoffelpüree! Genieß' weiterhin die griechischen Köstlichkeiten! Dicker Drücki für dich!

1 Kommentar:

  1. Wie ungnädig von dir Koali. Das sieht ja besser aus, als das was du jemals gekocht hast. Ich weiß aus mir spricht der Neid :-) Wenn du wieder hier bist, dann back ich dir Ziegi Cup-Cakes-Nein, ich will dich nicht bestrafen, nur verzaubern :-))

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