Mittwoch, 5. Februar 2014

Time to say "bis bald" und lauter freudige Tage

Es war schon ungewohnt, mein Zimmer nach knapp drei Wochen Pyjama-Party-Gemütlichkeit mit Matratze auf dem Boden und ständiger Unordnung wieder in seinem alten Zustand zu sehen. Nils und ich haben Leni zusammen zum Flughafen gefahren und uns dort wieder einmal über Australiens gute Organisation in wichtigen Dingen gefreut. Nachdem es leider nicht möglich war, online den Check-in für den Flug durchzuführen, waren wir also pünktlichst am Flughafen, um dort ans Ende der langen Schlange zu gehen und zu warten. Aber Pustekuchen! Keine Schlange, direkter Durchmarsch zum Schalter – Zack – eingecheckt. Easy! Dann eben die Zeit damit verbringen, noch einmal zusammen zu essen und dann in Ruhe „Bis bald“ zu sagen.

(Mein Schreiben wird gerade von lautem Vogelgebrüll unterbrochen. Zwei Krähen und zwei grau-pinke Kakadus im Baum direkt vor mir sind sich anscheinend uneinig über irgendetwas. Hätte mir vor sieben Monaten jemand erzählt, dass ich fasziniert sein würde durch Vögel und deren Klänge, hätte ich dieser Person vermutlich höchstens einen Vogel gezeigt.. Inzwischen sind sie still, sitzen einander gegenüber und schweigen sich an. Vermutlich beleidigt..)

Nachdem wir also „Tschüß, Leni“ sagen mussten, ging's traurig zurück. Nicht das Schlimmste, was einen da erwartet, aber die Vorstellung, dass Hannah ganz bald folgt (heute abend nämlich), hat nicht unbedingt zur Besserung beigetragen. Plötzlich wird alles so klar und so real. Alle müssen irgendwann die Koffer packen und ins alte Leben zurück (Beziehungsweise in ein noch völlig unbekanntes, wieder neues Leben ohne bisherige Vorstellung, wie es aussehen kann und wird). Also auch an dieser Stelle noch mal zur Beruhigung: Ja, ich komme wieder zurück! Aber vorher, meine Lieben, wird hier noch genossen!

Anlässe gab es auch in den letzten Wochen wieder mehr als genug. Natürlich haben wir die Chance genutzt, Lena alles Wichtige hier zu zeigen und auch so viel wie möglich von der Schönheit des Landes. Von unserem Wochenendtrip nach Margarat River habe ich ja bereits zur Genüge geschwärmt. Aber auch ein schon bekanntes Ziel wurde wieder aufgesucht. Knappe drei Stunden im Auto Richtung Norden. Die Sand- und Steinwüste, die Pinnacles, sollte man gesehen haben, wenn man schon mal hier im Westen Australiens ist. Dank Steve konnten wir dieses Mal auf die Höchsttemperaturen im Auto verzichten. „Ich zahle keinen Sprit und habe eine Klimaanlage, ist doch klar, dass ihr mein Auto nehmt!“ Danke, Steve, oh Retter der Reisegruppe bestehend aus Hannah, Nils, Lena und mir. Also nur noch die Kühlbox mit Essen und Getränken vollgestopft und los geht’s! Nach dem Bestaunen der ungewöhnlichen Wüste direkt am Meer und sogar eines dort in Allerseelenruhe spazierenden Emus dann wieder ins gekühlte Auto und zurück nach Duncraig – Nils aktuellem Wohnort, um dort mit Steve zu grillen. Würsten, Rippchen und jede Menge Bier. Natürlich nicht zu viel, lag doch am nächsten Tag schon das nächste große Event an.

zum Durchdrehen schön hier

Superplatz zum Sonnenbaden, Lena

Hans im Glück

Oh, guck mal da! Ein EMU!!

Kuscheln mit Chelsea


Happy Australia Day! Schon mittags mit viel Sonnencreme, voller Kühlbox und gepackten Picknicktaschen in die Bahn und auf in den Kings Park. Da die ganze Stadt gesperrt war, konnte uns das Taxi zum Park leider nur einige Hundert Meter von unserem Ziel absetzen. Aber da der Park oben auf einem Berg ist, haben wir uns wenigstens den anstrengendsten Teil des Weges gespart. Also schnell einen schönen Platz (sogar im Schatten der ganzen typisch australischen Gumtrees) gesichert und das Lager aufgeschlagen. Nach und nach kamen immer mehr Leute dazu und auch unsere kleine Dreiergruppe (Hannah, Lena und ich) wurde durch Nils erweitert, der um drei endlich anderen das Benzin-Verkaufen überlassen hat. Später gesellte sich noch ein netter, einsamer Belgier unserer Runde hinzu und so haben wir uns alle gemeinsam auf das riesige Feuerwerk gefreut. Toast, Ketchup, Käse und Würstchen – einfach kann so schön sein! Dazu die Aussicht auf die Skyline von Perth und tausende Australier und Nicht-Australier gekleidet in den Nationalfarben Blau, Weiß und Rot (vereinzelt auch in den australischen Sportfarben Gelb und Grün). Flaggen soweit das Auge reicht, mehr Sonne als jede Haut vertragen kann und fröhliche Menschen überall. Und auch dort wieder bestens organisiert: Dixi-Klos mit Spülung (?!) und Mülltüten-Verteilung gleich beim Eintritt in den Park.“Don't rubbish Australia“ wie es hier überall so schön zu lesen ist. Aussie, Aussie, Aussie – Oi Oi Oi!
Das Feuerwerk war sehr schön, leider konnten wir die Musik dazu nicht genießen, da um uns herum keiner sein Radio laut genug hatte und wir davon vorher nichts wussten und daher selbst nicht ausgestattet waren. Aber optisch sehr schön. Der Tag war ohnehin bestens und auf jeden Fall ein Highlight-Tag dieser Reise! Das Feuerwerk bei der Perth Royal Show damals war auch nur deswegen eindrucksvoller, weil es mit Musik war, mit moderner Musik. Nachdem ich das Feuerwerk vom Australia Day nämlich auf Youtube angesehen habe, muss ich sagen, dass es schon spektakulär aussah mit Musik, Lasern, Wassershow und allem, die Musik war aber weniger Abwechslungsreich. Um in den vollen Genuss zu kommen, muss man wohl einen ganz exklusiven Platz irgendwo südlich des Swan Rivers gehabt haben. Fazit also: Super Tag, nettes Feuerwerk und nun ungefähr fünf verschiedene Hautfarben-Nuancen auf meinem Körper (keiner davon rot, yeah!).

Happy Australia Day-Selfie

Unsere Aussicht auf die Stadt bei Abenddämmerung

Aussie Aussie Aussie..

Wie zwei echte Aussies


Drei Tage nach dem Australia Day schon wieder ein Ereignis: Mein Geburtstag! Oh, wie soll das bloß werden? Als Winterkind bin ich aufgewachsen mit Kindergeburtstagen im Keller (so ausgeschrieben klingt das zwar irgendwie traurig, war aber immer super!), Faschingspartys und sonstigen Aktivitäten, die man drinnen so betreiben kann. Dieses Jahr sollte alles anders werden. Gastmama Michelle hat schon vor einigen Wochen vorgeschlagen, endlich einem großen Wunsch von mir nachzukommen. Und so ging es an meinem Ehrentag in den Wildlife Park, um endlich auch einen Koala von vorne zu sehen. (Man erinnere sich an die einzigen Koalas, die ich bisher gesehen habe. Im Perth Zoo. Schlafend mit dem Po zu mir.) Im Caversham Wildlife Park, circa 25 Autominuten von hier, war es dann aber endlich wirklich soweit. Koalas! Auch einen dicken Wombat und viele Kängurus haben sich von uns streicheln lassen. Koalas sind so unglaublich weich, es ist nicht zu glauben! Meine Verliebtheit für diese Tiere ist an jenem Tag also bis ins Unendliche gestiegen. Mit der großen Gruppe hatten wir dort richtig viel Spaß und auch Lena hatte Freude an fast allen australischen Tieren. Wie toll Nils die Schlange gehalten hat, könnt ihr ja in seinem Blog betrachten. Ich lade hier nach wie vor keine Schlangen hoch. Anschließend also alle sechs Kinder (James, Lewis, Leah, Tahlia, Sebastian und Harry) wieder in die Autos gesteckt und zu uns nach Hause. Da haben wir „Großen“ dann gleich mal mein Western-Australia-Monopoly ausprobiert während Michelle auf meinen Wunsch hin eine köstliche Laksa vorbereitet hat. Superlecker wie immer, aber das kulinarische Highlight kam zum Nachtisch. Als Geburtstagskuchen stellte die ganze Familie singend eine riesige und tolle Pavlova auf den Tisch. Thanks, Michelle, for showing me my perfect birthday cake!! Perfekt zubereiteter Baiser, innen schaumig, außen knusprig, darauf Kokoscreme (man lese und staune..) und darauf viel frisches Obst und selbstgemachtes Mandeltoffee. Optisch top, geschmacklich wooooow! Einen besseren Abschluss für den wundervollen Sommergeburtstag hätte ich mir nicht vorstellen können. Lena ist zwar extra schon ohne Kleidung im Koffer hergekommen und hat hier meine Sachen angezogen, damit sie auf dem Rückflug schonmal einiges mitnehmen kann. Wer hätte aber gedacht, dass ich an Weihnachten und meinem Geburtstag schon so reich beschenkt werde, dass nicht mal ein paar Socken von mir noch in den Koffer gepasst hätten? Und so nahm Lena über 20 kg meiner Sachen mit und ließ trotzdem jedes Kleidungsstück hier.

Glückliches Geburtstagskind

Aussie-Eule

Dicker Wombat Big Babs

Mit fast allen Kindern (Leah bewirft vermutlich gerade Kängurus mit Gumnuts)


Thanks to everyone for all those lovely presents and for making my Australian birthday so special. My home in Hamburg will be full of sweet owls and Australian love. I'm so happy to have all of you in my life and my heart now!

Aber mindestens genauso groß ist auch das Dankeschön nach Hause. Vielen Dank für die schönen Geschenke und Gutscheine für lauter schöne Erlebnisse mit euch. Ich freue mich riesig drauf und auf meinen Sommer in Hamburg! Aber erstmal bleibe ich noch hier und esse das ganze Lakritz auf!

Und nach all diesen tollen und aufregenden Momenten kehrt Ruhe ein. Mehr Ruhe als mir lieb ist, wenn du, meine liebe Hans, weg bist! Aber wir sehen uns dann ja auch bald wieder. We don't say goodbye, we say SEE YA!! 
Um das aber auch nochmal anständig zu machen, gab es zu Ehren Hannahs noch einmal ein lecker Australisches Grill-Fest. Die ganze Familie war da und so wurde ordentlich zusammen gespeist. Bestes Lamm, Würstchen, Salate und Wein. So sagt man Tschüß auf australisch. Für Nils, Hans und mich ging es anschließend noch in die Stadt, um den schwer umworbenen HippieClub aufzusuchen – letzte Chance für Hannah, also rein da! Aber nichts da! Nils hatte sein schickes schwarzes Hemd und die gute Jeans leider mit Sportschuhen kombiniert und war somit raus. Charmante Notlügen wie „Es ist aber seine letzte Nacht hier in Australien“ haben auch nichts gebracht und so sind wie, überraschenderweise ohne solcher Probleme, in den Schickimickischuppen eine Tür weiter spaziert und haben uns einen schmackhaften Cocktail showmixen lassen. Den Po in die bequeme Couch gedrückt haben wir diesen dann genossen, bevor wir weitergezogen sind Richtung Innenstadt. Den altbekannten und beliebten Pub aufgesucht und bei leckerem Cider das Tanzbein geschwungen.

Juju und Tahlia sagen: Bye, Hannaaaaah!

Seit Weihnachten auf seinen Wunsch hin verheiratet: Hans und Lewis

Ein Bild, das Herzen höher schlagen lässt. zumindest meins..

I'll miss you, Love! <3


Den Alltag hier füllen Nils und ich nun seit gestern mit Planung. Kalkulationen, Recherchen, Ideensammlung für unsere Tour entlang der Ostküste. Drückt die Daumen, dass unser Plan funktioniert, vorher noch im April im Outback im Nanutarra Roadhouse zu arbeiten. Nils braucht doch auch noch seine Australian-Outback-Erfahrung!

In alter Gewohnheit hier noch mein Blog-Gruß! Der geht heute auch mal völlig überfällig an meine liebe Maren! Hoffentlich sehen wir uns am Wochenende bei Skype. Deine „spezielle“ Nachricht zum Geburtstag und auch die von gestern abend haben mir wie immer ein warmes Gefühl gegeben und ein dickes Lächeln auf's Gesicht gezaubert. Ich denke viel an dich und vermisse unseren gemeinsamen Kaffee. Bald! Viel! Liebe!









1 Kommentar:

  1. 'Langsam' vermissen wir Dich (und Nils) und werden am Sonntag mit Lena und Arell 'ne fette Lasagne essen und ein Gläschen auf Dich trinken.
    Gaaaaaaaanz viele liebe Grüße aus der G 97

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