Mittwoch, 12. März 2014

Über den Wolken und auf dem Wasser

März. Seit über acht Monaten bin ich hier. Acht Monate, in denen ich mich ausgezeichnet einleben konnte, wundervolle Menschen kennen gelernt habe und neben meiner Glücksgriff-Gastfamilie echte Freundschaften schließen konnte. Mal ganz abgesehen von meiner neuen großen Liebe – Perth. Und so ist es nun an der Zeit für Änderungen. Die gibt es hier momentan ohnehin an jeder Ecke und so kann man sich dem Ganzen ja gar nicht entziehen. Lena weg, Hannah weg und nun auch Freya. Sogar Besucher Tobi hat nach seinen zwei Wochen bei uns schon die Ostküste aufgesucht. Und da müssen wir es einfach einsehen: die Zeit wird ihr Tempo nicht drosseln! Also planen auch wir.

Meine Aupair-Zeit endet in weniger als vier Woche. Wie bitte? Gut, es stehen schöne Pläne an, machen wir ja dann auch endlich die Ostküstentour, die wir schon so lange im Kopf haben. Aber ohne die Kinder wird es auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. Nachdem ich nun diese lange Zeit hier tagaus tagein mit Kindern um mich herum gewohnt habe, wird es ohne sie wirklich ruhig, befürchte ich. Lewis' Wunsch, zu bleiben, kann ich dennoch nicht erfüllen. Steve reist auch bald los und so verändert sich die kuschelige, tolle WG, in der Nils hier untergekommen ist auch täglich. Hund Stella-Bella ist schon bei ihrem neuen Besitzer und nach und nach leert sich das Haus. Der Whirlpool im Garten ist verkauft, womit ein großer Wohlfühlfaktor wegbricht. Wir hatten hier die schönsten Partys mit unseren lieben Aussie- und Nichtaussie-Freunden. So baut sich also unser Leben hier Möbelstück für Möbelstück ab und es wird uns leichter gemacht, Abschied zu nehmen. Von Perth, aber nicht von Australien! Noch nicht..

Da das Nanutarra Roadhouse leider momentan keinen Bedarf hat, mehr Leute einzustellen, mussten wir unsere bisherigen Überlegungen komplett über den Haufen werden. Was dabei herausgekommen ist, kann sich allerdings auch absolut sehen lassen:
Ab nach Melbourne Anfang April. Bis dahin kneifen wir beide nochmal die Arbeiterpobacken zusammen und sparen bestmöglich unsere Reisedollar zusammen. Vier Tage im Hostel, bevor es dann weitergeht nach Sydney – der Stadt, in der das wirkliche Abenteuer beginnt. Auto suchen, finden und kaufen ist der Plan, damit wir dann innerhalb von zwei Monaten gemütlich die Ostküste hochgurken können bis nach Cairns, wo uns Mitte Juni das Flugzeug zurück nach Perth erwartet. (Streng genommen wartet es allerdings nicht. Wir fliegen wie immer hier mit Jetstar – die Airline, die unter jede Email schreibt „Don't be late, we can't wait!“, allerdings auch bisher immer mit pünktlichen Abflügen und Ankünften glänzen konnte.)
Dann heißt es auch zwei Tage danach schon wieder Sachen zusammenkramen und wieder ab in den Flieger. Wie viele von euch ja schon mitbekommen haben, ist das die letztes Flugreise, die ich antrete. Am 16. Juni haben wir dann wieder Hamburger Boden unter den immer schmutzigen und verhornhäuteten Füßen. Das 13. Flugzeug innerhalb eines Jahres bringt mich von Dubai nach Hamburg und ist dann auch (zumindest planmäßig) erstmal das letzte.

Aber bis dahin ist es ja noch ein Weilchen. Und so lange wird geplant, kalkuliert, berechnet, gefürchtet, gefreut und genossen.. und fast schon Tage gezählt. Aber auch nur fast!

Schnell noch so viel es geht an den Strand, da die Strände „da drüben“ ja angeblich nicht so gegen unsere schönen Perther Strände ankommen können. Man ist hier aber auch ziemlich verwöhnt, was das angeht. Solange der Wind nicht von Westen kommt und einen mit Sand auspeitscht, sind die Stunden am Strand herrlich. Das Wasser hat eine gleichbleibende, sehr angenehme Temperatur, die perfekt zum Schwimmen und Planschen ist. Man kann einfach ins Wasser reingehen, ohne Angst haben zu müssen, auf fiese spitze Steine oder irgendwelche Meeresbewohner zu treten. Durchgehend nur Sand, was das Gehen und Stehen im Wasser herrlich unbeschwert macht. Manchmal hohe Wellen, die für viel Spaß sorgen, manchmal ist die See so ruhig, dass man einfach darin „rumliegen“ und ein bisschen auf dem Wasser herumtreiben kann. Es ist immer super klar und das sauberste und salzigste Meerwasser, das ich bisher gesehen und geschmeckt habe. Also so lange es geht noch das Meer und die Strände genießen und den Fakt, das man dorthin keine zehn Autominuten braucht.

Wir haben während Tobi hier war auch endlich mal ein weiteres Vorhaben durchgezogen: Surfen! Surfer Steve hat uns mit drei seiner Boards zum Strand begleitet und uns gezeigt, wie es geht. Da wir alle absolute Anfänger sind, war das Ziel der Stunde, sich auf dem Brett liegend von den Wellen bis an den Strand tragen zu lassen. Was gelungen ist und superviel Spaß gebracht hat. Wir haben uns entgegen meiner Erwartungen auch alle gar nicht mal so doof angestellt. Um richtig surfen zu lernen, wird die Zeit nicht mehr reichen, aber es war ein toller Tag und sehr viel Spaß im und auf dem Wasser! Vielleicht schaffen wir es ja wenigstens, das nochmal zu wiederholen ohne großen Eifer, Surfer-Newcomer des Jahres zu werden.

Auf geeeht's!



Weißes Board, weißer Po.. passt doch!


Surfer müde und glücklich. Kirsten, Steve, Juju und Tobi

In drei Monaten wieder zurück. Das ist genau die Zeit, die ich hier verbracht habe, bevor Nils nachgekommen ist. Ich weiß noch, wie schnell diese Monate vergangen sind und befürchte, dass auch die letzten nicht mehr trödeln werden. Aber diese drei Monate habe ich ja noch. Einen davon hier in meiner trauten Familienumgebung und dann wird gereist.

Und aus diesem Grund geht mein Blog-Gruß heute an meine Vielreisefreundin Shiri. Als du angefangen hast, dir die Welt anzusehen und von Fernweh gesprochen hast, habe ich das nie wirklich verstanden. Zu Hause ist es doch immer am schönsten? Inzwischen versteh ich's.. Ich wünsche dir und mir noch viele schöne Reisen und dass wir die Möglichkeit haben, alles zu sehen, was uns lockt! Enjoy! Denk an dich!

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