März. Seit über acht Monaten bin ich
hier. Acht Monate, in denen ich mich ausgezeichnet einleben konnte,
wundervolle Menschen kennen gelernt habe und neben meiner
Glücksgriff-Gastfamilie echte Freundschaften schließen konnte. Mal
ganz abgesehen von meiner neuen großen Liebe – Perth. Und so ist
es nun an der Zeit für Änderungen. Die gibt es hier momentan
ohnehin an jeder Ecke und so kann man sich dem Ganzen ja gar nicht
entziehen. Lena weg, Hannah weg und nun auch Freya. Sogar Besucher
Tobi hat nach seinen zwei Wochen bei uns schon die Ostküste
aufgesucht. Und da müssen wir es einfach einsehen: die Zeit wird ihr
Tempo nicht drosseln! Also planen auch wir.
Meine Aupair-Zeit endet in weniger als
vier Woche. Wie bitte? Gut, es stehen schöne Pläne an, machen wir
ja dann auch endlich die Ostküstentour, die wir schon so lange im
Kopf haben. Aber ohne die Kinder wird es auf jeden Fall
gewöhnungsbedürftig. Nachdem ich nun diese lange Zeit hier tagaus
tagein mit Kindern um mich herum gewohnt habe, wird es ohne sie
wirklich ruhig, befürchte ich. Lewis' Wunsch, zu bleiben, kann ich
dennoch nicht erfüllen. Steve reist auch bald los und so verändert
sich die kuschelige, tolle WG, in der Nils hier untergekommen ist
auch täglich. Hund Stella-Bella ist schon bei ihrem neuen Besitzer
und nach und nach leert sich das Haus. Der Whirlpool im Garten ist
verkauft, womit ein großer Wohlfühlfaktor wegbricht. Wir hatten
hier die schönsten Partys mit unseren lieben Aussie- und
Nichtaussie-Freunden. So baut sich also unser Leben hier Möbelstück
für Möbelstück ab und es wird uns leichter gemacht, Abschied zu
nehmen. Von Perth, aber nicht von Australien! Noch nicht..
Da das Nanutarra Roadhouse leider
momentan keinen Bedarf hat, mehr Leute einzustellen, mussten wir
unsere bisherigen Überlegungen komplett über den Haufen werden. Was
dabei herausgekommen ist, kann sich allerdings auch absolut sehen
lassen:
Ab nach Melbourne Anfang April. Bis
dahin kneifen wir beide nochmal die Arbeiterpobacken zusammen und
sparen bestmöglich unsere Reisedollar zusammen. Vier Tage im Hostel,
bevor es dann weitergeht nach Sydney – der Stadt, in der das
wirkliche Abenteuer beginnt. Auto suchen, finden und kaufen ist der
Plan, damit wir dann innerhalb von zwei Monaten gemütlich die
Ostküste hochgurken können bis nach Cairns, wo uns Mitte Juni das
Flugzeug zurück nach Perth erwartet. (Streng genommen wartet es
allerdings nicht. Wir fliegen wie immer hier mit Jetstar – die
Airline, die unter jede Email schreibt „Don't be late, we can't
wait!“, allerdings auch bisher immer mit pünktlichen Abflügen und
Ankünften glänzen konnte.)
Dann heißt es auch zwei Tage danach
schon wieder Sachen zusammenkramen und wieder ab in den Flieger. Wie
viele von euch ja schon mitbekommen haben, ist das die letztes
Flugreise, die ich antrete. Am 16. Juni haben wir dann wieder
Hamburger Boden unter den immer schmutzigen und verhornhäuteten
Füßen. Das 13. Flugzeug innerhalb eines Jahres bringt mich von
Dubai nach Hamburg und ist dann auch (zumindest planmäßig) erstmal
das letzte.
Aber bis dahin ist es ja noch ein
Weilchen. Und so lange wird geplant, kalkuliert, berechnet,
gefürchtet, gefreut und genossen.. und fast schon Tage gezählt.
Aber auch nur fast!
Schnell noch so viel es geht an den
Strand, da die Strände „da drüben“ ja angeblich nicht so gegen
unsere schönen Perther Strände ankommen können. Man ist hier aber
auch ziemlich verwöhnt, was das angeht. Solange der Wind nicht von
Westen kommt und einen mit Sand auspeitscht, sind die Stunden am
Strand herrlich. Das Wasser hat eine gleichbleibende, sehr angenehme
Temperatur, die perfekt zum Schwimmen und Planschen ist. Man kann
einfach ins Wasser reingehen, ohne Angst haben zu müssen, auf fiese
spitze Steine oder irgendwelche Meeresbewohner zu treten. Durchgehend
nur Sand, was das Gehen und Stehen im Wasser herrlich unbeschwert
macht. Manchmal hohe Wellen, die für viel Spaß sorgen, manchmal ist
die See so ruhig, dass man einfach darin „rumliegen“ und ein
bisschen auf dem Wasser herumtreiben kann. Es ist immer super klar
und das sauberste und salzigste Meerwasser, das ich bisher gesehen
und geschmeckt habe. Also so lange es geht noch das Meer und die
Strände genießen und den Fakt, das man dorthin keine zehn
Autominuten braucht.
Wir haben während Tobi hier war auch
endlich mal ein weiteres Vorhaben durchgezogen: Surfen! Surfer Steve
hat uns mit drei seiner Boards zum Strand begleitet und uns gezeigt,
wie es geht. Da wir alle absolute Anfänger sind, war das Ziel der
Stunde, sich auf dem Brett liegend von den Wellen bis an den Strand
tragen zu lassen. Was gelungen ist und superviel Spaß gebracht hat.
Wir haben uns entgegen meiner Erwartungen auch alle gar nicht mal so
doof angestellt. Um richtig surfen zu lernen, wird die Zeit nicht
mehr reichen, aber es war ein toller Tag und sehr viel Spaß im und
auf dem Wasser! Vielleicht schaffen wir es ja wenigstens, das nochmal
zu wiederholen ohne großen Eifer, Surfer-Newcomer des Jahres zu
werden.
| Auf geeeht's! |
| Weißes Board, weißer Po.. passt doch! |
| Surfer müde und glücklich. Kirsten, Steve, Juju und Tobi |
In drei Monaten wieder zurück. Das ist
genau die Zeit, die ich hier verbracht habe, bevor Nils nachgekommen
ist. Ich weiß noch, wie schnell diese Monate vergangen sind und
befürchte, dass auch die letzten nicht mehr trödeln werden. Aber
diese drei Monate habe ich ja noch. Einen davon hier in meiner
trauten Familienumgebung und dann wird gereist.
Und aus diesem Grund geht mein
Blog-Gruß heute an meine Vielreisefreundin Shiri. Als du angefangen
hast, dir die Welt anzusehen und von Fernweh gesprochen hast, habe
ich das nie wirklich verstanden. Zu Hause ist es doch immer am
schönsten? Inzwischen versteh ich's.. Ich wünsche dir und mir noch
viele schöne Reisen und dass wir die Möglichkeit haben, alles zu
sehen, was uns lockt! Enjoy! Denk an dich!
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