Montag, 19. August 2013

Dies, das, Filme und wieder Essen

Ist ja gut, liebe drängelnde Bloglesegemeinde, da kommt ja schon der nächste Eintrag. Heute weniger konzentriert auf ein Thema, dafür hoffentlich nicht weniger interessant oder „intretching“ wie Lewis zu sagen pflegt, bevor er sich wieder ärgert „Gr, I still can't say this properly!!“ Keine Sorge, kleiner Mann, du wirst es lernen! Wobei wir auch schon beim ersten Themenkomplex angekommen sind:

Lernen

Da wurde ich doch tatsächlich neulich an meine Bachelorarbeit und die damit einhergehende Uni-Paukerei erinnert! Danke, liebe Anna, und NEIN! ich vermisse es keinesfalls, über trockenen Texten dagegen zu kämpfen, dem Schlaf nachzugeben, und NEIN! Ich vermisse es keinesfalls, 20 Minuten später darüber aufzuwachen und zu merken, dass nicht einmal ein Viertel des Inhaltes meine grauen Zellen erreicht hat. Learning by doing heißt es hier und so kann ich neben „interesting“ auch noch viele weitere Worte der englischen Sprache ziemlich „properly“ sagen. Gelegentlich schleicht sich noch immer das ein oder andere deutsche Wort ein, aber kommt Zeit, kommt Vokabular.
Lernen also ja, Pauken aber (zum Glück) nein!

Spielen, Fernsehen und wieder Lernen

Zwischen all dem Gelerne und Gerede, Gesporte und Baby-Geschleppe (was ebenfalls durchaus sportlich ist) haben wir neben „Uno“ ein neues Lieblingsspiel entdeckt, das hier liebevoll das „Tree Game“ genannt wird, eigentlich aber unser gutes altes deutsches „Sagaland“ ist. So gibt es also neben meiner Freizeitbeschäftigung „Once upon a time“ zu gucken nun noch mehr Märchen hier im Haus. Bald wachsen mir Flügel oder ich fange an, Feenstaub zu niesen. Nun, wollen wir hoffen, ich werde zur Fee oder Elfe und nicht zu einem Riesen, einem Drachen oder sonstigem fabelhaften Stinketier (wobei Riese natürlich durchaus mal intretching wäre). Aber wie auch immer..Folgende Erkenntnis macht sich im Australischen Au Pair-Alltag breit: Fernsehen bildet! Das ist zwar grundsätzlich eine Wortkombination, die ich nicht pauschal unterschreiben will, aber hier ist das mindestens teilweise wahr und so haben die vielen DVDs und Serien, die ich hier auf englisch gucke, schon viel zur Erweiterung meines Wortschatzes beigetragen. (Nicht nur nette Worte, ich guck ja nicht nur Pappa Pig.) Und schon wird aus dem geniesten Feenstaub hellblau glitzernder fairy dust und aus dem einsamen DVD-Gegucke ein wöchentliches Highlight zwischen Hannah und mir. (Sei an dieser Stelle vermisst, liebe Hannah, aber genieße Broom und komm trotzdem schnell und nicht allzu braun wieder.)

Die Australier und ihre Glotze.. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass mindestens 50% des gesamten australischen Stromverbrauchs allein durch die rund um die Uhr laufenden und überall riesengroßen Flatscreen-Fernseher entsteht. Neben des morgendlichen „Pappa Pig“s und „Ben und Holly“s gibt es eigentlich keinen Abend ohne.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann gucken sie auch heute!

Musik

Musik hören? Eher nicht so. Gestern musste ich schmerzlich erfahren, dass hier nicht mal zu Weihnachten gesungen wird (obwohl.. doch.. die Kinder.. in der Schule.. vielleicht..) und so nutze ich mein Zimmer und die persönliche Neuentdeckung Spotify (danke, Hannah!) dafür, Musik in mein australisches Leben zu bringen und das Haus mit lautem Gesinge zu füllen, wenn niemand da ist (oder nur die Buchhalterin, wovon ich nichts wusste – upsi..).
Fernsehen also ja, Musik (für mich) aber auch!

Filme und Schauspieler

Hugh Jackman! Muss ich mehr sagen? Vielleicht eins noch: Yummy!
Ein Australier, der schauspielern kann. Und singen! So habe ich ihn ja auf dem Flug hierher in „Les misérables“ gesehen und gehört – ein Schmaus und Aug' und Ohr!
Da denkt man doch, jaaa, die Australier können's. Das denkt man aber auch nur so lange, bis man die erste australische Fernsehserie gesehen hat. Die guten Schauspieler aus Oz gehen nämlich alle nach Amerika, um dort groß und berühmt zu werden, die – nennen wir's mal weniger Guten – bleiben und werden Soap-Star. Jeder, der meint, die Schauspieler von „GZSZ“ oder „Verbotene Liebe“ haben's nicht drauf, möge herkommen und staunen, wie viel Platz da noch nach unten ist.

Und nun wieder Essen

Viel Resonanz hat mich nach meinem offensichtlich appetitanregenden letzten Eintrag erreicht. Hier nur kurze Antworten auf die häufig gestellten Fragen:
  • Nein, ich verschicke keine Cupcakes, kommt selbst her, dann geb' ich einen aus!
  • Ja, ich schicke gern Rezepte auf Anfrage. Oder ihr macht einfach das total gesunde und unglaublich leckere Fudge: Eine Tasse getrocknete Früchte nach Wahl, eine Tasse Körner oder Nüsse nach Wahl. Alles klitzeminiklein machen (Thermomix oder Pürierstab bieten sich an), einen Esslöffel Kakao oder Kokosraspeln dazu, in einer Form plattdrücken, einfrieren und eiskalt genießen! Fast so yummy wie Hugh!
Kokosraspeln? Yummy? Ja, da habt ihr gut aufgepasst, liebe Freunde! In der Uni hätte ich meine Kommilitonin in einer Vorlesung für ihr furchtbares Kokosshampoo würgen können. Ich hasse Kokos! Aber nicht hier.. ungewöhnlich? Ich glaube nicht, da auch Kokosfeindin Hannah hier Kokos mag und somit geh ich fest davon aus, dass australische Kokosnuss lecker ist und deutsche Kokosnuss eklig. Also lasst es euch schmecken!

Da das Thema Essen offenbar unerschöpflich und euch anscheinend brennend interessiert, noch zwei kleine australische Eigenheiten, über die ich gestolpert bin:
  • Leberwurst heißt hier „Kalbs Liverwurst“, was ich höchst amüsant finde! Ein köstliches Stück Heimat, mit dem mich Gastmama Michelle gerade gestern wieder erfreut hat.
  • Australier machen aus allem Chips. Aus Rind, aus Kartoffeln (oh, wie ungewöhnlich..) oder oder oder.. Es gibt hier Chips aus Roter Bete. Absoluter Hochgenuss! Natürlich sind meine schon immer favorisierten Salz-und-Essig-Kartoffelchips noch immer ungeschlagen. In einem essigliebenden Land wie diesem gibt es die ja auch in jeder Form und Größe. Nicht in jeder Farbe allerdings. Hier ist jeder der festen Überzeugung, dass jede Chipssorte ihre festgelegte Farbe hat und so wundert man sich, dass Salz-und-Essig in Deutschland in einer türkisen Tüte zu kaufen ist – Das sind die Pinken, ist doch klar! Da kauft man dann im Urlaub mal aus Versehen Currywurst-Chips, weil die in einer orangen Tüte sind.Weiß doch jeder, dass man bei Orange Barbecue-Chips erwartet. Was denkt die internationale Chipsindustrie sich bloß dabei?
Wer hat jetzt wieder Hunger? „Always the the asks“ denke ich und freue mich, dass ich auch mein Stupid-english noch nicht gänzlich verlernt habe. 

Nun haben eure Rückfragen schon wieder für einen kompletten Blogeintrag gesorgt. Teilt mir gern weiterhin eure Themenwünsche mit (welch spaßige Interaktion, danke euch!!)

Mein Blog-Gruß geht heute aaaan: MIRI!! Ja, höchst überfällig, ich weiß! Heute aber auch durchaus passend. Wer sonst kann seine DVD-Sammlung auf den Film genau schätzen? Bei dir gibt’s außerdem auch immer leckere Snacks zu spaßigen Filmabenden und auch im stupid-english hast du's ziemlich drauf oder besser: In Stupid-english have you it quiete on! I aroundarm you, little Sis!



2 Kommentare:

  1. Das muss ich doch direkt mal testen mit dem Kommentieren. Bin gespannt, ob ich in Australien auch Kokos mag.

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  2. Ja, funktioniert. Man muss nur dran denken auch zu unterschreiben. Diese zwei beiträge sind von Leni :)

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