Dienstag, 22. April 2014

Sydney 2.0

Reichlich übermüdet von anderthalb spannenden Wochen in Sydney melde ich mich ein letztes Mal umgeben von stabilem Internet zu Wort. Die Zeit ist – wen überrascht es noch – vergangen wie im Fluge. Nachdem wir die erste Woche warm und geborgen bei einem lieben Sydney'er Pärchen direkt beim Coogee Beach untergekommen sind, haben wir die letzten vier Nächte bei Maike im Stadtteil Camperdown verbracht. Wir können uns absolut glücklich schätzen, da all unsere Gastgeber sich von ihrer liebsten Seite gezeigt haben und ja, sogar Sydney hat das dieses Mal getan!

Im November waren wir ja schon einmal hier, haben Nils' Schwester Jana und meine liebe Bandkollegin Bine getroffen. Dieses Mal sind wir mit eher geringeren Erwartungen in diese große Stadt zurückgekehrt. Im letzten Jahr hatten wir viel Regen, unsere Unterkunft war doch recht weit draußen (in Marayong, für alle, die es googlen wollen) und somit waren die fünf Tage doch eher zäh und leider weniger beeindruckend. Dieses Mal hingegen hat Sydney bewiesen, dass es die richtige Entscheidung war, ihm noch eine Chance zu geben. „Lass uns doch, wenn wir die Ostküstentour machen, Sydney einfach überfliegen. Kennen wir ja jetzt, mögen wir nicht!“ Gut, dass wir nochmal darüber nachgedacht und uns korrigiert haben. Sydney kann also auch schön!
Wir hatten nun elf Tage, davon viele sonnig. Wir waren touristisch in der Innenstadt unterwegs, haben uns aber auch von den Insidertipps der hier Lebenden leiten lassen. So führte unser letzter Spaziergang heute in den Nachbarstadtteil Newtown – dem Schanzenviertel Sydneys! Wunderbar! Nebst günstigem Lunch gab es eine Nase voll Buchladen und viele spannende und farbenfrohe Schaufenster.


Lecker Laksa in Chinatown



Auch die touristischen Attraktionen sind im Sonnenschein natürlich gleich dreimal so schön, was dazu geführt hat, dass die Kamera auf Hochtouren lief und die Speicherkarte jetzt vollgestopft ist mit dem Sydney Opera House und der schönen Harbour Bridge. Mit einer Prise Stolz darf ich auch in dieser Stadt behaupten: Ich hab's geschafft! Ich bin drübergelatscht, über die Brücke! Ziemlich hoch, muss man sagen, aber das Zähnezusammenbeißen diente ja einem guten Zweck. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Papa und Heike für das schöne Weihnachtsgeschenk. Unser ganz persönliches „Love-Lock“ hängt jetzt hoch oben über Sydney und so können wir wenigstens an der Ostküste für immer in Australien bleiben. 









Fleißig gelaufen sind wir hier. Wir haben einige Kilometer gemacht – viele zusammen mit anderen Touris, manche allein und ungehetzt. Man lässt sich schnell mitreißen in der Hektik dieser Großstadt. Hier ist alles so viel schneller als in Melbourne und erstrecht schneller als in Perth. Der „Coastal Walk“, ein Auf und Ab entlang der Küste von Coogee Beach bis hoch zum Bondi Beach, war weit und wunderschön! Man muss aber wirklich sagen, dass die ganzen Menschen uns langsam angefangen haben zu nerven. Wie können so viele Leute an einem Tag die selbe Idee haben, was sie machen wollen? Gut, es ist nicht abwegig, das Meer sehen und vielleicht eine Runde darin baden gehen zu wollen. Aber das ständige Gedrängel und Geschiebe hat das entspannte Natur-Gucken leider etwas madig gemacht. Meine Fotografenseele hat es außerdem bluten lassen, dass ständig und in jedem Bild Menschen zu sehen waren, die sich einfach frech von allen Seiten hineingeschoben haben. Weniger erfreulich. Somit also lieber wieder mit bloßem Auge die Aussicht genossen anstatt durch den Sucher.

der schöne Coogee Beach

Lebensretterinnen - es gibt schlechtere Arbeitsplätze..



Den Tag auf dem Flohmarkt in Rozelle haben wir dafür umso mehr genießen können. Keine Touristen, kein Gedränge. Stattdessen tolle Stände, herrlich riechendes Essen und eine Zwei-Mann-Live-Jazzband vom Allerfeinsten. Ein wunderbarer Tag bei wunderbarem Wetter in einem wunderbaren Stadtteil! Darauf einen Kaffee!

Morgen geht es nun schon weiter. Unvorstellbar, dass es die letzte Nacht im richtigen Bett sein wird, aber wir freuen uns tierisch auf unsere kleine, neue, fahrbare Einzimmerwohnung und unser schönes Abenteuer ohne Plan, Zwang und Dusche. Noch ein einziges Mal den Wecker stellen, um pünktlich zu sein, um all unser Hab und Gut in den Kofferraum zu laden. Dann geht es erstmal zum Einrichten, eine Matratze muss her, Kissen, Decken.. was man zum Wohnen so benötigt.
Die Flasche Rotwein zum Anstoßen auf unseren ersten gemeinsamen Autoreise-Abend haben wir schon!

Prost sage ich heute in meinem traditionellen Blog-Gruß meiner lieben Freundin Wiebke! Ich hoffe, es geht dir gut und freue mich immer, von dir zu lesen. Eine ganz feste Umarmung nach Berlin, das hoffentlich immer bunter aussieht und nach Frühling riecht!

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