Unsere Reise stellt sich schon jetzt
als sehr abwechslungsreich heraus. Melbourne war wundervoll! Sydney
hat uns ja nun auf den zweiten Blick auch super gefallen. Soweit hat
uns die Ostküste also noch nicht enttäuscht. Aber nun geht es
wirklich los. Vor genau einer Woche haben wir unseren Mietwagen
abgeholt. Bereits ausgestattet mit Stühlen und Tisch, Campingkocher,
Wasserkanister, dem allernötigsten Küchenkram und Navi, mussten wir
also nur noch schnell zum großen Billigladen Kmart, um uns mit
Matratze, Decken und Kissen zu versorgen. Anschließend noch schnell
Hunderte von Dollar bei Aldi gelassen fühlten wir uns beim Start
gewappnet für die kommende Reise. Nach nun einer Woche hat sich
dieser Eindruck auch bestätigt.
Nun reicht es aber auch langsam mit
Menschen, dachten wir uns an unseren letzten Tagen in Sydney
mehrfach. Überall Gedränge, überall Gesabbel, überall Deutsche.
Der Besuch von William und Kate inklusive Baby George sorgte dann
noch für den absoluten Menschen-Überfluss. Die Royals im Opera
House – alle hin da! Wir völlig ahnungslosen Reisenden stehen also
in einer riesigen Menge gafffreudiger Touristen und Monarchie-Fans
und fragen uns, was da bloß los ist und ob tatsächlich allein die
Sonne all die Leute aus ihren Höhlen gelockt hat. Ein Polizist
erwies sich als unser Freund und Helfer und hat uns über den hohen
Besuch aufgeklärt. Also doch nicht Justin Bieber. „Nur“ der
König in Spee. Am nächsten Tag standen die Blue Mountains auf dem
Programm. Unsere Gastgeberin Jess hat uns aber kurz vorher eine
warnende SMS zukommen lassen und uns darüber in Kenntnis gesetzt,
dass auch die Royals heute in den National Park wollen, um die schöne
Natur zu betrachten. Ok, dann verschieben wir den Plan doch lieber um
ein paar Tage. Gute Entscheidung!
Die Blue Mountains waren unser erster
Schlafplatz, den wir mit „Senfbert, der Höllenrakete“ angefahren
haben. Wir wurden von netten campenden Aussies und einem absolut
überwältigendem Sternenhimmel willkommen geheißen. Und weil's so
schön war, sind wir dann auch gleich zwei Nächte geblieben – wir
haben ja Zeit! Am zweiten Abend hat ein schönes kleines Lagerfeuer
zur endgültigen Entspannung beigetragen. Genau das Richtige nach dem
ganzen Gewusel!
Am nächsten Tag ging es weiter, immer
von der App „Wiki Camps“ geleitet, die uns zu kostenfreien
Campingplätzen führen soll – und das bisher auch erfolgreich
getan hat. Das Wetter hingegen hat uns etwas im Stich gelassen und es
schien, als wollte der Regen gar nicht mehr aufhören.
Über Newcastle nach Port Macquarie –
dort waren wir aber auch nur eine Nacht, weil wir schnell die Nase
voll hatten von dem deutschen Platz, auf dem wir gelandet waren. Wir
müssen uns wohl noch dran gewöhnen, dass diese Seite des Landes
einfach voll ist mit Touristen. Inzwischen sind wir allerdings auch
froh darüber, weitergefahren zu sein, denn so haben wir einen
idyllischen Platz direkt am Fluss in Urunga gefunden, an dem wir
ebenfalls eine Nacht verweilt haben und den Regen dann doch ziemlich
gemütlich fanden. Erst noch.. Wenn dann erstmal alles klamm ist und
man das Gefühl bekommt, sich nur noch im Auto aufzuhalten, kann
einem fast die gute Laune vergehen. Aber auch nur fast! Da kommt die
Sonne wieder raus und es geht weiter. Noch im selben Ort haben wir
dann – Pauli-Pulli sei Dank – wiedermal Deutsche getroffen.
Dieses Mal allerdings ein wahrer Glückstreffer. Die Mittvierziger
Silke und Lutz waren supernett und haben uns zu einem echten
Highlight-Erlebnis verholfen. „Wir fahren gleich in eine Kommune
hier im Dschungel, gar nicht so weit. Wollt ihr mit?“ Beste
Entscheidung, schnell alles einzupacken und dem großen umgebauten
Rettungswagen zu folgen, in dem die beiden wohnen. Die „Bundagen
Community“ hat sich als ausgezeichneter Geheimtipp herausgestellt.
Allein hätten wir den Weg hierher wohl nie gefunden, also Tausend
Dank an die Hamburger!
| Bananen |
| Mit sich selbst im Gleichgewicht |
| Strand und Berge |
| der Weg zum Strand |
Wir haben hier die letzten zwei Nächte
verbracht und haben hier mitten im Dschungel tatsächlich so schön
stabiles Internet, dass es sogar möglich ist, endlich den Blog auf's
Laufende zu bringen. Nach dem Hochladen geht es weiter, aber wir
haben die Zeit hier sehr genossen und werden so einiges nie mehr
vergessen. Die Geräuschkulisse, die einem hier geboten wird, ist
erstmals erschreckend, aber dann nur noch spannend. Hier ein
Knistern, da ein Knacken. War das jetzt'ne Schlange? Abgesehen vom
sich bewegenden hohen Gras (und das war bestimmt eine), sind uns hier
keine begegnet. Nachts kommen wohl Dingos raus, also lasst kein
Fleisch oder Knochenreste draußen, hat man uns gewarnt. Ok, das
kriegen wir hin. Ansonsten superviele Vögel, die alle anders
klingen. Von Mücken sind wir ziemlich zerstochen jetzt, aber das war
ja fast nicht anders zu erwarten. Wir haben uns inzwischen aber mit
allen notwendigen Abwehrmaßnahmen eingedeckt. Eingesprüht und
beräuchert verbringen wir die Abende also im Schein der
Citronella-Kerze. Romantisch und entspannt! Die kalten
Regenwasserduschen hätte man sogar für einen Dollar warm haben
können, aber das muss ja nicht unbedingt sein. Auf dem Weg durch den
Dschungel zum Strand hatte ich dann auch die erste Begegnung mit den
so häufig angekündigten Blutegeln. Da wollt sich so'n freches Viech
doch einfach an meinem Fuß andocken. Da er aber noch ziemlich klein
war, dürfte er da noch nicht so lange geklebt und mich ausgesaugt
haben. Von Zecken sind wir glücklicherweise verschont geblieben.
Gleich geht’s weiter die Ostküste
hoch. Mal sehen, wo wir als nächstes landen. Bisher lässt sich
sagen, es ist spannend und aufregend und wir haben viel Spaß. Und da
die Frage auch schon oft kam: Ja, wir vertragen uns!
Mein Blog-Gruß geht heute an alle, die
gerade das Gefühl haben, völlig überarbeitet zu sein und dringend
Urlaub zu brauchen. Ich schicke euch ganz viel Entspannung und schöne
Gedanken – habe davon ja ohnehin gerade mehr als ich verbrauchen
kann. Vielleicht geht ihr schnell mal ins Internet und bucht eine
Reise? Oder fahrt einfach raus! Selbst wenn es nur an die Ostsee
geht. Die Ausmaße und Entfernungen, die hier zwischen einzelnen
Städten liegen (wir sind immernoch im selben Staat mit Sydney..)
lassen einen vollkommen anders darüber denken. Einfach machen –
ist ja nicht weit! Also los und raus aus dem Alltag, Tapetenwechsel
und Kopf aus!

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